Rainers Horen
Sonntag, den 07.11.2010 [18:30]
Wie selten zuvor bietet die Anti-Atom-Lobby ein Entrüstungsangebot für Jung und Alt. Ob zu Fahrrad, zu Pferd, zu Traktor oder zu Fuß – an diesem Wochenende bleibt im Landkreis Lüchow Dannenberg kein Protestwunsch unerfüllt.

Fahrraddemo, Sitzblockade auf unbeheizten Schienenräumfahrzeuge abfackeln, Schotter vom Gleisbett abtragen oder mit dem Trecker die Zufahrtswege für die Polizei zu blockieren – es gibt viele Möglichkeiten, den Widerstand gegen die Revision des Atomkonsenses durch die amtierende Regierung effektiv zu gestalten.


Die Atomindustrie ist dann doch nett: der Castortransport ist auf das Wochenende terminisiert. So muss niemand Urlaub nehmen. Das gute Gewissen wird in der Freizeit generiert. Hamburg ist heute leer von Gutmenschen. Mal sehen, wer jetzt noch im Stadtpark ist. Ignoranten, Antiatomgegner, AntiantiAtomer – oder was auch immer.



So wirklicher weniger Menschen sind nicht im Park. Das erinnert an die DDR-Vermutung über die Ursache der Versorgungslücken. Das es nämlich keine 17 Millionen Werktätige, sondern doppelt so viele gibt. Beweis: wenn im Sommer alle an der Ostsee sind, sind die Städte im Hinterland noch genauso voll …

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Freitag, den 05.11.2010 [11:10]
Der Dauerregen hat aufgehört. Eine A380 wäre beinahe abgestürzt – angeblich wegen des Wetters. Und wir dachten immer, die Flieger wären wasserfest. Der Fliegerkosmonaut und Friedenskämpfer M. Rust aus Wedel ist mit seiner ?esna damals trotz Regens bis Moskau geflogen. Der Regen hat auch etwas Gutes: nämlich die interne Entschuldigung für nerdiges Verhalten und so ist heute eine neue ¬Webs entstanden, die im Rückblick in ca. fünf Stunden fertig war.


Da gibt es einen Newsbereich, ein Kontaktformular, ein Glossar und die Hintergrundkarte zeigt immer den Bereich an, wo sich der Webseitenbesucher befindet. Das ist ein ganz nettes Feature, dass Nestwärme und Vertrauen erzeugen soll.
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Dienstag, den 02.11.2010 [20:53]
Im Radio kam einmal ein Beitrag zum Thema „Laien/Expertenkommunikation“. Der Klassiker ist hierbei das Arztgespräch: „Sie haben da etwas im Schritt, das muss gemäß der alten Chirurgenregel 'weit im Gesunden absetzen' weg.“ In dem Fall will der Patient keine lateinischen Einzelheiten wissen und fügt sich hoffentlich geduldig seinem Schicksale.

Solche schmerzlichen Gespräche müssen leider auch im IT-Bereich geführt werden. Da kommt ein mittelständischer Betrieb und will die potentielle Kundschaft mit wertvollen Produktinformationen beglücken. In der Gedankenwelt eines sonst mehr im praktischen Bereich reüssierenden ist das wahrscheinlich so einfach wie das Schreiben eines Angebotes mit Word. Da gibt es den Text und eine Liste von eMail-Adressen. Wenn er in der ComputerBild schon etwas von ¬GeniusMail gelesen hat, würde er wohl nicht zum Experten kommen. Gut so. Für ihn – und für uns. Das Windowsprogramm beachtet natürlich nicht die gesetzlichen Vorgaben ud lässt den Anwender ins offene Messer laufen. „uns wurde schon von 200000 Mailempfängern berichtet.“ Mit diesem juristisch-rhetorischen Trick werben auch Anbieter von Nahrungsergänzungsprodukten („wir haben schon oft gehört, daß Frauen damit gut abnehmen …“). Jedenfalls würde jeder Mailprovider sofort den Account sperren, wenn dermaßen viele Mails über einen SMTP-Zugang laufen. So gerade geschehen in einer Hamburger Maklerfirma. Die wollten auch die Beratung und Support sparen. Jedenfalls waren alle PCs gründlicher vervirt und vertrojanert und schon längst als Mailroboter missbraucht. Die Angestellten haben es nicht einmal mitbekommen und so wurde von den T-Beamten das Mailing gesperrt – schlimm für eine Firma, deren Geschäftsmodell sich auf die Benutzung von eMails gründet. Guter Rat teuer?



Der Kurierrucksack ist angekommen. Für den Zweck des gebrandeten MacBook-Transports ist das Ding bestens geeignet. Leider ist die Qualität etwas suboptimal – es beibt also spannend, wie lange der Rucksack seinen Zweck erfüllt.
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Montag, den 01.11.2010 [17:38]
Seit heute ist nun der neue Perso raus. Das ist der mit dem mystischen Zauberchip, der angeblich das Leben der Bürger und Behörden erleichtern soll. Zur Sicherheit sagt der Innenminister: „relativ sicher“. Das sollte ich einmal meinen Kunden sagen. Die würden ob solche Einlassungen Kreise drehen und Purzelbäume schlagen. Ist eben alles eine Kostenfrage und auch eine Frage der geschmeidigen Verwendbarkeit (=Usability). Nach Erhöhung des Captcha-Geheimnisses hat sich die Anzahl der Anmeldungen rapide verringert – auch ein Erfolg. Seit dem Dilemma mit den Spaßeinträgen in die eMail-Sammeldatenbank wird auch die Zeit mitgeschnitten, die der geneigte Nutzer braucht, bis er seine Daten eingetragen und das Captcha gelöst hat. Erwartungsgemäß ist die Knobelzeit nach Verkomplizierung des Rebus länger geworden. Was aber bemerkenswert ist: Frauen sind durchweg schneller als ihre männlichen Zeitgenossen. Den Rekord halten Nicole, Angela und Michele aus Köln, die es tatsächlich schaffen, die drei Felder und das Captcha in unter 20 Sekunden auszufüllen. Rolf-Henning braucht für die gleiche Aufgabe fast zwei Minuten. Liegt das wirklich an der Überarbeitung der Männer – oder werden sie durch diese vergleichsweise einfache Aufgabe überfordert? Die Leistungskraft der Herren ist wohl auch tageszeitabhängig: Dietmar aus Siegburg schafft es noch vor dem Frühstück in sage-und-schreibe neun Sekunden. Für Soziologen ist die multidimensionale Auswertung der Daten nach Geschlecht, Uhrzeit, Geoposition (Land/Stadt/konfessionelle Bindung) bestimmt eine Jahresarbeit wert.
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