Rainers Horen
Sonnabend, den 08.01.2011 [15:20]
Bislang hat das iPhone sein Unschuld nicht verloren – schon deshalb weil Flash nicht funzt. Nun drängt ¬HTML5 in das Bewusstsein und plötzlich gehen die vielen schönen, liebevoll gestalteten und doch sinnfreien Intros auch ohne Flash, einfach nur so – sie wie hier das ¬Winterhuder Feuerwerk mit der Sinnfreiuhr.

Schreckensszenario: setzen wir uns am Wochenende hin und bauen Extensions für TYPO3 und/oder Plugins für Wordpress/Drupal/Joomla. Dann kann jeder Dödel solche Uhren, Feuerwerke usw. in seine Webs einbauen. Das macht wirklich kein Spaß – oder doch? Es ist natürlich auch eine Herausforderung für die Entwickler solcher Werkzeuge wie CreativeSuite mit ihrem eingebauten Webbaukasten Dreamweaver. Vor einiger Zeit durfte ich das Ding einmal einsetzen. 90% aller Aufgabenstellungen lassen sich damit recht flott arbeiten. Leider darf man den tugendhaften Weg der festgelegten Bausteine nicht verlassen. Klar, da gibt es einen Quelltext und den kann ich händisch weiter verschönern, auch mit neuen Featuren von HTML5. Leider muss man dann händisch weitermachen, weil Dreamweaver das Konglomerat nicht wieder zurückimportiert. Dumm gelaufen. Fazit: fürs schnelle Prototyping würde ich es vielleicht einsetzen – tue es aber nicht ;-))

  Etwas mehr hat die Dicherlesung im Bodega eingebracht. Hartmut Schronz las aus seinem bald veröffentlichten Buch „Ohne Startguthaben“. Leider ist die Aufnahme nur mit der Gesprächsmerke-App aufgenommen – das ZoomH2 wäre sicher besser gewseen, war aber leider nicht parat. Die Aufnahme ist also in die Kategorie besser als gar nichts, aber auch nicht wesentlich besser einzuordnen.

Hartmut beschreibt (fast tagebuchartig) den Alltag in einer Großstadt (Eimsüttel) mit all ihren Facetten. Es geht um Widrigkeiten mit dem Arbeitsamt, mit dem Internet und überhaupt. Im Moment sind eine ganze Reihe solcher zeitgeistiger, selbstreflektierender Bücher am Markt.

Gerade ist das Schelmenstück Wir waren Steuerverräter erschienen. Die beiden Autoren haben wohl in Zusammenhang mit diesen Liechtensteiner Enthüllungen eine Webplattform entwickelt, auf denen gesetztestreue Bürger (Denunzianten) Steuerverstöße melden können. Das sollen sie nicht uneigennützig tun, sondern ihnen wird 85% Provision versprochen. Obwohl das nur ein Kunstprojekt in Hinblick auf das Buch war, haben sich dort wohl viele Nutzer gemeldet, die beispielsweise ihre Nachbarn, Kollegen oder Schwiegermutter anzeigen wollten.
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Freitag, den 07.01.2011 [17:57]
Damals, als papierene Visitenkarten noch nicht in Form eines Iphones gestaltet waren, hat Papi noch die Urlaubsfilme noch in die Drogerie gegeben, um dann die Bilder liebevoll in ein Album zu kleben. Das war ein wenig wie Homepagegestaltung, denn da kamen auch noch Texte und Assets dazu und es hat verdammt viel Zeit gebraucht. Die Aufmerksamkeit auf diese Alben war immer sehr begrenzt – das wie ist ähnlich der heutigen Hobbyhomepages ;-))

Und heute? Da gibt es Photobücher, mit denen man dann die geliebte Verwandschaft beglücken kann. Bis dahin kann es ein weiter und steiniger Weg sein. Nun – das kann gewollt sein, immerhin schafft es Zerstreuung und Kurzweil. Im Rahmen des letzten ¬Photostammtisches in der Halle13 hat dankens- und liebenswerterweise die ¬Fotolotsin Petra Vogt das Thema in einem dreißigminütigen Vortrag angerissen. Nachfolgend die Slideshow:

Nun war das natürlich eine sehr kompakte Darstellung, die nicht wirklich umfassend das Feld beackern kann. Das jetzt hier nochmals zu komprimieren muss also ein Kompromis sein. Eines kann man mitnehmen: hinter den ganzen Wiederverkäufern stecken letztlich eine Handvoll Anbieter, die auch alle auf der gleichen Druckmaschine arbeiten. Das wichtigste Entscheidungsmerkmal ist die Software, mit der der Hobbylayouter seine Bücher gestalten kann. Bis auf den amerikanischen Anbieter ¬Blurb, der selbstgestaltete PDFs importiert, ist man bei den anderen Anbietern auf proprietäre Software angewiesen, die versucht den Spagat zwischen Einfachheit und Flexibilität hinzubekommen. Wenn dann die Windows-Software ständig abstürzt und sich Bücher für die Weiterbearbeitung speichern lassen, dann kommt echte Freude auf.

Bei allen deutschen Anbietern gibt es Neulingsrabatte. Das heißt im Umkehrschluss, dass man sich dann für jedes Buch eine neue Identität zulegen muss. Die Buchdrucker kennen offensichtlich das Phänomen des Dollarspiels, da darin bestehtr durch Abhängigkeiten dem Opfer immer mehr Geld aus der Tasche zu ziehen.
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Mittwoch, den 05.01.2011 [09:37]
Nun ist es amtlich: wir dürfen iPhone-Apps bauen. Apple hat erst einmal nichts dagegen. Da sind die 79,- € Jahresgebühr der kleinste Aufwand. Es geht damit los, dass der Entwicklungswillige sich eine Identität im Apple-Entwicklungszentrum verpasst und dann eine eMail bestätigt. Jetzt darf er 3,7GB Software runterladen und auf seinem Show Leopard installieren. Das klingt einfach und ist es auch. Jetzt noch das Geld überweisen und schon könnten die nächsten Schritte gegangen werden, wenn jetzt nicht die Bestätigungsmail mit dem Sitzunglink im Spamordner gelandet wäre. Wenn da täglich über 2000 Mails ankommen … Glücklicherweise gibt es eine 0800-er Nummer, die im wohltuenden Unterschied zu anderen solchen Hotleins tatsächlich höflich und vor allem zielführend daherkommt. Die nette Dame schickt die Post nochmals los und schwupp ist die Mail am Körble weggefangen.

Damit nun eigene Entwicklungen nicht nur im Simulator, sondern auch auf dem eigene Gerät auf Herz und Nieren getestet werden können, brauchts noch eines sogenannten Provisioning-Prozesses. Früher hieß das einmal Laufzettel. Das beginnt damit mit der Erstellung eines Zertifikates, das ist quasi der Ausweis. Auf dem Mac wird das Schlüsselbundprogramm gestartet, die eMailadresse eingetragen, mit dem man mit Apple spricht und dann entsteht eine spezielle Anforderungsdatei, die auf das Laufzettelportal hochgeladen wird. Das vom Server zurückkommende Ergebnis wird wieder dem Schlüsselbund zugefügt. Im nächsten Schritt werden alle Geräte-IDs (nicht die Seriennummern) der iPhones hinzugefügt, die unter Umgehung des Appstores die Apps testen dürfen. Hier steht jetzt auf der Appleseite der unheilschwangere Satz: „Please DO NOT install the iOS before registering device UDIDs, as installation on non-registered devices will render them inoperable.“ Das erzeugt begreiflicherweise ein gewisse Scheu. In dem Status bin ich gerade ;-))

Nun ist es klar: dieses iOS-Update muss man nur installieren, wenn man Möglichkeiten neuer, noch nicht freigegebener Versionen nutzen will. Der Ball kann also flach bleiben.

Zum Tagesausklang noch ein iPhone-geknipstes Bild von der Binnenalster:

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Montag, den 03.01.2011 [15:59]
Nachdem sich nun die tollen Tage in Hamburg beruhigt haben (abgerissene Finger, Querschläger einer 9mm-Faustfeuerwaffe im Arm einer Touristin und einem krankenhausreif geschlagenen Helfer in der S-Bahn), geht das Leben wieder seine gewohnten Bahnen. Wie rechts zu sehen ist, kam heute sogar wieder die schon fast vergessene Sonne wieder heraus. Heute früh gab es allerdings eine partielle Finsternis. Eine Tatsache, dei wohl die Energiebilanz der Hamburger Photovoltaikananlagen nicht geschmälert hat.

Im „Kampfgebiet“ TYPO3 gibt es tatsächlich Erhellungen. Immer öfters wird die geschlossene Lösung verlangt. Was meint das? Naja, da will jemand seine Neuigkeiten in die Welt blasen und das soll auch noch bequem sein. Das geht. Das in TYPO3 integrierte Newssystem kann eben auch vom iPhone aus redaktionell bedient werden und Meldungen erscheinen dann nicht nur in der Webs, sondern beispielsweise auch automatisch in Facebook und in Twitter (wer es mag …)

Auf dem iPhone braucht der Redakteur nur die kostenlose ¬TYPO3-App zu installieren, dann trägt er seinen Serverzugang ein und schon kann es losgehen:



Selbstverständlich kann er auch gleich die Photos „einpflegen“. Ist jetzt noch ein entsprechendes TYPO3-Plugin geladen, werden die Meldungen gleich auf Facebook und Twitter verbreitet. Welch wunderbare Welt! Für die Facebookverbindung muss der Admin allerdings eine Handvoll kryptischer AppIDs, Secrets, UserIDs usw. eintragen – eine Aufgabe die gerade bei Facebook zu einer längeren Beschäftigung führen kann. Hat er es geschaftt, dann gibt es sicherlich schon wieder eine Änderung in dem Facebookgewusele…

Da die iPhone-App liebenswerterweise auch im ¬Quelltext vorliegt, sind großartige Anwendungen denkbar: ist die Webs beispielsweise für ein Theater oder ein Lichtspielhaus, dann kann der Programmverantwortliche mit seinem geliebten iPhone gleich aktuelle Spielplanänderungen einpflegen (da ist das schreckliche neue Wort wieder). Speist die TYPO3-Kiste nicht nur eine schnöde Webs, sondern beispielsweise die Anzeige im Foyer, dann ist der Aktualität der Besucherinformation keine Grenze gesetzt – Stichwort: „Kampnagel-TV“. Bisher speist die App „nur“ den Newsbereich von ¬BestRelocation.
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