Rainers Horen
Sonntag, den 13.03.2011 [13:14]
Im Gegensatz zu dem fernöstlichen Japan war hier in Hamburg ein wunderschöner Tag. Auch – wie wir gerade im Ticker hörten – doch Deutsche betroffen sind. Vielleicht waren es ja keine Hamburger …

Ganz Hanburg war heute auf Völkerwanderung. Der Elbstrand war voller Menschen und Hunde. Und nun klingt der Tag im KaffeeStark (Wifi: kaffeestark:freewilli) aus. Das ist ein üblicher Szeneladen zwischen Lockengelöt und Suicycle.

„Nach allem was wir wissen, sind die deutschne AKWs so sicher wie unserer Renten“ – tönt gerade unsere Landesmutter. Mehr geht nicht. Das mit den Renten ist natürlich eine rhetorische Übertreibung.
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Sonnabend, den 12.03.2011 [11:32]
„Die Erdachse hat sich durch das Beben um 10 cm verschoben!“ – solche aund andere willkürliche Aussagen wabern jetzt spiegelgesteuert durch die Köpfe der Menschen. Nun ist das natürlich schrecklich, was die Japaner jetzt durchmachen müssen. Auf der anderen Seite wird das Geschehnis schon wieder für die schadenfrohe, politische Arbeit ausgenutzt. ist schon faszinierend, wie das Marketing Aufmerksamkeitsflächen bedient: Sony verteilt 300 000 Radios im Raum Nordostjapan – na prima!

Was das aller dramatischste ist: der Tag hat sich um 1,26 Mikrosekunde verkürzt. Das ist schwierig zu fassen. Rechnet man mit einem durchschnittlichen Lebensalter von 70 Jahren, dann leben wir jetzt (rein rechnerisch) 70×365×1,2µs = 32 Millisekunden länger. Diese Zeitspanne ist die, welche der Mensch gerade einmal unterscheiden kann. Das betrifft Lichtblitze und auch kurze Geräuschfetzen (Knalle).

Viel schlimmer als dieses Phänomen ist beispielsweise die ständige Massenmigration aus dem äquatornahenm subsaharischen Raum Richtung Europa. Abgesehen von den ganzen Südfrüchten sind es auch die Menschenflüchtlingsströme, die das Gleichgewicht der Erde empfindlich stören können. Es ist doch klar, dass unser Planet Erde irgend einmal ins Trudeln gerät, wenn diese Tonnen von Material zu einem Pol wandert. Es müsste also ausgeglichen werden. Müllverkauf?

Mittlerweile ist der Fernostschlamassel in eine sehr un-telegene Phase getreten – keine effekterheischenden Flutvideos oder wackelnde Büroausstattung mehr. Auch Zahlenkolonnen haben ausgedient. Vorerst wurde als Interimslösung aus Wikipedia-Artikeln vorgelesen. So erfahren wir, wo es schon einmal geknallt hat. Harrisberg und Tschernobyl ist in jedemanns/jederfraus Hirn.
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Donnerstag, den 10.03.2011 [09:42]
Vor dem heutige Tagesgenöle hier noch eine kleine Hilfe für diejenigen, den man zeigen muss, wie die ¬Datengurgel zu bedienen ist. Es kommen immer wieder überdumme Fragen in Foren vor und ist dieses Angebot ein freundlicher Wink mit dem Zaunpfahl.

„Grundsätzlich sagen wir: Was in unsere Arbeit investiert wird, kommt für den Auftraggeber mehrfach wieder zurück!“ – mit solchen anspruchsvollen Sätzen ist dieses Web millionenfach gefüllt. Es gibt dann auch noch diese endlosen Bleiwüsten, in denen dem geneigten Leser mit huldvollen Worten erlöärt wird, warum beispielsweise Qualität, Kundenzufriedenheit und Markenentwicklung so wichtig für die Welt ist. Das ist noch nicht das Schlimmste. DAs alles ist eine riesige Geldverbrennmaschine. Das geht damit los, dass sich in vielfachen Teammeetings über derartige Dinge gestritten wird. Dann werden vielleicht noch Kommunikationsagenturen ins Boot geholt, die auch noch Schlaues wissen. Advokaten testen diese Ergüsse auf politische Koscherheit und Kunstgötter (art directors) sinnieren über CI, Farbübergänge, Rundungen und Abstände. Zum Ende bekommt dieses ganze Konglomerat und Ausgeburt menschlichen Schöpfertums ein Webarchitekt auf den Schreibtisch. Jetzt wird dieser Pseudoindividualismus auf die Spitze getrieben: die Anforderungen sind immer so gestaltet, dass man Standardwerkzeuge nicht nutzen kann. Nur 10% weniger Wünsche würden die Kosten drastisch reduzieren … Also bauen wir ein Auto, in dem alle Schraubverbindunngen M8.2 sind. OK – macht es schön teuer. Dann kommt noch die Baustelle schöneWebadresse. Damit der Internetreingucker nicht die häßliche Technik sieht, werden die Webadressen verschönert. Das ist deswegen sinnfrei, weil kaum jemand solche URLs direkt eingibt und der Datengurgel das eh Latte ist. Herrlich! heute habe ich mit diesem sinnfreienTthema wieder soviel verdient, wie ein schwarzer Mann, der aus seiner Heimaterde die seltenen Erden ausgräbt, das ganze Jahr nicht verdient. Keine Angst: das Geld fließt auch wieder weiter und wird beispielsweise in Galão vertrunken.
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Dienstag, den 08.03.2011 [18:00]
Heute ist nun der einhunderste Frauentag. Klara Zetkin hatte ihn wohl weiland eingeführt.

Welche Assoziationen kommen einem ins Hirn? In der alten Zeit war der Vorfrühling immer die Zeit, in der alle HO- und Konsumgaststätten für Frauentagsfeiern reserviert waren. Keine Chance, einfach nur sein Feierabendbierchen zu trinken. Aus dem Saal dröhnte Kichern, Gejohle und geiles Geschreie. Das war nun der Tag, an dem die Kolleginnen ihre vollzogene Emanzipation feierten einmal ganz Mann sein durften. Dem Urthüringer Martin Luther wird der deftige Satz zugeschrieben: „Wo Saufen eine Ehre ist, ist Kotzen keine Schand'.“ Auch das kam oft vor. Und dass dann die Damen nach Hause kehrend oft überdeutliche ihre ehelichen Rechte einforderten …

Nun haben wir andere Zeiten. Heute geht es um Quoten. Ist das nicht bizzar? Da steht ein Personaleinkäufer vor einer Entscheidung, welcher zukünftige Vertragspartner den Laden schmeißen soll und da darf er sich nicht von der Leistungsfähigkeit leiten lassen? Da könnte man auch vorschreiben, dass Kleinwüchsige, Schwule oder Rothaarfarbige zu bevorzugen sind. Leben wir nicht in einer Leistungsgesellschaft? Wird mindestens diese Tatsache immer wieder im Rahmen der sogenannten demokratischen Wahl betstätigt? Nein, in dieser Wahl wird ja nicht wirklich gewählt. Der Rahmen liegt fest: diese Geselschaft wird von dem Grundprinzip geleitet: „Wer hat der hat“ oder weniger salopper ausgedrückt: die Gesamtbewegungsrichtung dieser Gesellschaft wird vom Einzelinteresse Einiger bestimmt. Energie und Geld fließt immer in der einen Richtung und genau das zu verschleiern ist die Aufgabe der Politik. Das ist ihre Aufgabe der Befriedung und nebenbei auch noch der unterhaltung und der Geldinganghaltung.

Das Thema der Wahlen berührt auch die Fragestellung nach dem sogenannten freien Willen des Menschen, den zu bezweifeln nicht wirklich neu ist. Spätestens seit John-Dylan Haynes gibt es auch wisschenschaftlich fundierte Studien, dan an diese hehre Sache zweifeln lassen. Jeder kennt diese Kinderkarusells auf Jahrmärkten und Rummeln. Da sitzen dann die Allerliebsten im Helikopter oder im Feuerwehrauto und drehen emsig am Lenkrad. Das ist Demokratie – eine vollendete Illusion
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