Rainers Horen
Freitag, den 13.05.2011 [23:59]
Was ein Riesenbonus für iPhone-Entwicklung mit Titanium ist: das System ist ein Deutschland weitgehend unbekannt. Die allermeisten entdecken gerade das unsägliche phonegap – zahlreiche Konferenzen, Tagungen und zeitgeistige Bootcamps beschäftigen sich damit. Schon mindestens drei Bücher buhlen um Gunst und Aufmerksamkeit. Wir lächeln milde. Der Kavalier genießt und schweigt.



Gerade heute endeckt: Bonjour zwischen iPhones. Das ist ein Begriff, der noch relativ neu ist. Es ist ein von Apple und dann auch von Microsoft übernommenes Protokoll, das konfigurationslose Verständigung zwischen Rechnern und rechnerähnlichen Geräten (Druckern, Kameras, Dildos … ) erlaubt. Da will man etwas ausdrucken und schon erscheint in einem Dialogfeld die Liste aller verfügbaren Drucker. Prima. Und das geht eben auch zwischen iPhones. Die müssen eben nur im gleichen lokalen Netz sein – also entweder im gleichen WiFi oder eben über persönlichen Hotspot zusammen geschaltet. Da fallen doch sofort Spiele ein: Go oder eben auch Schiffeversenken. In Eppendorf oder Harvesterhude könnte man es auch zu Paartherapie einsetzen. Nennen wir es einmal: „Dialog ohne Worte“ (470 € + Raummiete pro Nase und Session). Das ist sicherlich wirksamer als Chakrenmassage oder Lichtarbeit. Jetzt die zündende Idee und der Rest des Lebens ist sorgenlos. Träumen wir nicht alle davon?

¬Lucica Ibanescu hat diese Titaniumlösung für dei Intra-iPhonekommunikation ins Netz gestellt. Danke! Jetzt kommt noch ein Fundstück, das aber nur für Nerds sinnstiftend ist. Gewöhnlicherweise prangt am unteren (iPhone) oder oberen Rand (Android) die sogenannte Glyphischleiste. Das ist gewissermaßen die Hauptnavigation. Nun gibt es immer wieder Kunden, die wollen nicht dieses Allerlei. Wir erinnern uns an an die Grundwahrheit: „Du bist unwichtig, nicht einzigartig und musst qualvoll sterben" und genau in dem Sinne soll es etwas Besonderes sein und wenn es nur eine verwirrende, weil ungewöhnliche Navigation ist. Dann ist das Modul von ¬Sam Jordan zielführend. Es heidet die Standardlösung und schiebt dafür das Besondere ins Blickfeld. Dinge, die die Welt braucht.

Wie entstehen Überzeugungen? Hier ein Beispiel aus der Netzwelt. Schauen wir auf diese ¬Barbaras. Die sehen sich doch alle ähnlich – oder? Der Trick ist einfach erklärt. Man suche nach einem Name und lasse sich dann ähnliche Bilder zeigen. Plötzlich entsteht die Theorie, dass fast alle Barbaras brünett sind und sich gerne rote Pullis anziehen - Beispiel genug spuckt die Datengurgel aus.
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Donnerstag, den 12.05.2011 [21:57]
Wie merkelte heute unsere gütige Landesmutter: „Rasch ist nicht sofort“. Sie meinte damit den „Atomausstieg“ und folgte souverän dem 36. Strategem der Eßstäbchennutzer. Sie ist schon plietsch! Den Spruch sollte sich jeder Projektmanager merken.

Nicht nur Konrad gefällt der Spielplatz in Pauli, nun hat auch der schnöde Kommerz die Zeichen des viralen Marketings begriffen und fasst nach. Ist's es Wunder? Wohnen doch die meisten Werber rund um den Pauliplatz. Nun also auch Astra.



Auch ein schönes Projekt: unser Umzugsplaner. Nebenbei schon einmal die ersten Entwürfe. Zweck dieser Übung? Der Umzugswillige geht mit dem Smartphone durch seine Altwohnung und macht mit der App eine Art Inventur. Er klickt also an, was er hat und wieviel. Sofort wird die Gesamtsumme der Kubikmeter angezeigt. Das kann sehr hilfreich in Verhandlungen mit Umzugsunternehmungen sein.

Übrigens ist das Titanium nicht ganz ausgereift. Das ist etwas beschönigend. Die Datenbank aller Zimmer mit ihrem Mobilar wird als einzeiliges JSON benutzt. Da die Zeile recht lang ist, stürzt der Compiler ab …


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Dienstag, den 10.05.2011 [23:22]
Wenn schon Apps für die kleinen Handschmeichler, dann aber auch richtig. So richtig spannend und auch lohnenswert sind interaktive Funktionen. Wie wäre es, wenn jemand auf dem iPhone etwas unterschreibt. Das geht wirklich. Für solche über das Gestalten hinausgehende Funktion braucht es spezielle Module, die dann für Anfroid und iPhone getrennt erstellt werden müssen.



Im Moment scheitert die Realisierung an der lapidaren Meldung, dass libti.paint.a nicht gefunden wird. Stimmt – die gibt es auch nicht. Im ¬GitHub lässt sich der Entwickler aus dem berühmten Mountain View, ¬Chad Auld geschickterweise darüber nicht weiter aus. Es ist schon ein Schlamassel! Dann muss wohl doch die ¬Entwicklerdoku her. Schon im ersten Satz wird die tiefe Kenntnis von ObjectivC vorausgesetzt. Genau das ist der springende Punkt. Warum nicht? Lebenslanges Lernen hört eben nie auf.


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Montag, den 09.05.2011 [12:42]
Was ist denn das nun wieder für ein nerdiger Kram? Es sieht aus wie quadratischer Fliegemdreck – ist aber eine kleine (japanische) Revolution. Auf allen fernöstlichen Visitenkarten ist so ein Gewusel aufgedruckt.

Barcode ist schon länger bekannt. Das sind die die schwarzweißen Streifenmuster auf Verpackungen, die in letzter Zeit im größer werden. Der Barcode ist eine Zebragrafik, die eine Nummer entspricht. Da es nur Ziffern von Null bis Neun gibt, ist es tatsächlich möglich, durch reine Modulation von Streifenbreite und -abstand auf dieser relativ kleinen Fläche die lange EAN-Nummer unterzubringen. Diese Beschränkung auf Ziffern reduziert die Anwendungen selbstredend auf Datensatznummern wie eben ISBN oder EAN.

Leute bei Toyota kamen auf die Idee, solche quadratischen Marker zu verwenden. Damit sind jetzt 255 Zeichenarten und damit Volltext möglich. Enthält der Datenstempel eine Telefonnummer, dann könnte das Lesegerät gleich die Nummer anwählen, bei Speicherung einer Webseitenadresse wird diejenige aufgerufen. Die Japaner lieben es. Visitenkarten haben diesen QR-Code aufgedruckt und schon wird der gesamte Adress-Datensatz aufs iPhone oder ähnlichem gespeichert.

Damit ist die Kluft zwischen Netzwelt und der realen Welt endgültig überbrückt. Wir werden total vernetzt. Da stehen wir in Pisa vor dem Turm, halten unser Dings an den Datenstempel und schwupp erfahren wir alle über dieses bekannte Bauwerk.

Selbstmörder, der nicht wie Gunter Sachs eine Pistole parat hat, steht auf einer bekannten Absprungstelle. Dort ist ebenfalls ein Datenstempel, der ihn/sie direkt in einen entsprechenden Chatraum entführt. Da geht Einiges.
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