Rainers Horen
Sonntag, den 22.05.2011 [19:37]
Nun ist die Developer Konferenz (Hashtag: #dchh) Geschichte und was bleibt ist die Erinnerung an die Versagung des Speakergeschenks. Nein, war Spaß, das macht nicht wirklich traurig. Nachhaltig sind die Vorträge von Judith Andresen, der Exfriesin, die zur Zeit bei einer großen Beraterfirma (Sinn und Schrader) als Account Director reüssiert. Da sie schon durch viele Firmen gegangen ist und viele Unternehmenskulturen erleben durfte, gab es durchaus genügend Stoff für Kurzweil. Besonders aufschlußreich der Abschlußvortrag über das vielversprechende Thema Erfolgreiche Projekte. Steht nicht „Projekt“ und „Scheitern“ in engem semantischen Zusammenhang? Dass das fast Unvermeidliche nun nicht eintritt, ist Aufgabe des Projektmanagers und vor allem des Liason-Offiziers, der die Verbindung zum Kunden herstellt und hält.



Welche Säue sind nicht schon alles durch das Dorf getrieben worden. Letzten Jahr war es noch Scrum, heuer wird Kanban gehypt. Menschen neigen zu Universalhebeln, mögen Heimspiele und so festigen sich Meinungen. Es hängt eben immer vom Projekt und vor allem von den beteiligten Menschen und den mit ihnen verbunden Unternehmenskulturen ab, welches System das „passende“ ist.



Die meisten modernen Ansätze durchbrechen diese linearen Ansätze und gestatten einen flexiblen und dennoch disziplinierten Ablauf. Das ist eben die Kunst.



Bis es aber zum leidigen Vorgang zwischen Auftragserteilung und Rechnungsstellung kommt, müssen erst einmal klärende Gespräche geführt werden. Das ist ein Problem. Der Kunde muss glauben lernen. Das kann je nach interner Kalibrierung mehr oder weniger schwierig sein.

Nehmen wir ein Beispiel aus der Praxius: der Kunde möchte eine mobile App haben, die auf allen Geräten läuft, schnell fertig ist und im angedachten und angepeilten Kostenrahmen bleibt. Das ist eine Maximalforderung (wie fast alle Kundenwünsche). Bei Vorgabe obiger Punkte kommt nur eine Lösung in Frage, nämlich die Webapp-Lösung. Da auf allen Handschmeichlern irgendwie Safari läuft, kann das zielführend sein. Mit Sicherheit ist der Kunde nicht voll in der Materie und kennt nur medienwirksame Argumente, er kennt nicht die Nachteile, wer wird die ihm wohl verraten? Jetzt kommt es zum allerschwierigsten Kapitel in der zwischenmenschlichen Kommunikation. Wie bringe ich ohne Berührung der Beziehungsebene die Sachinfo rüber, „dass das so nicht geht“. Es unterstellt gewissermaßen Dummheit des Kunden – das geht gar nicht.



Üblicher Ansatz: man arbeitet kundenorientiert, lächelt milde und fängt einfach an. Im Kleingedruckten ist dann wasserdicht die Nichtzuständigkeit verankert. Das bringt langfristig schlechte Energie in die Welt.

Anderer Ansatz ist die Transparenz. Da müsste ich in dem Kunde von der Allfälligkeit solcher Gummilösungen berichten. Damit zerstöre ich Glaubenssätze. Es bereitet Leibgrimmen. Also muss schon vor solchen Dingen die Rolle der Partner klar sein. Ist der Dienstleister beratend tätig oder ist er „nur“ Handlanger. Das gehört auch zu vielbeschworenen Transparenz oder Glasnost. Ist er Berater, dann würde er eine Vorteils/Nachteils-Matrix aufstellen und mit dem Kunden eine strategische Lösung finden. Oder eben nicht. Dann bezahlt eine Seite Lehrgeld. Die Frage liegt auf der Zunge: „Aha, sie wollen Lehrgeld zahlen. OK, dann machen wir es so.“



Nun sind wir wieder bei einem Grunddilemma eines Freelancers angekommen. Derjenige, der schließlich die Arbeit macht (nach Judits Meinung Der Held) ist, – um einmal im suboptimalen Wasserfallprinzip zu bleiben – nur einen kleinen Teilbereich (nämlich Schritt 5) involviert. Das ist natürlich völlig kontraproduktiv und muss vom Projektmanager („Filz und Fett“) ausgeglichen werden.
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Sonnabend, den 21.05.2011 [10:41]
Vorerst gibt es heute keine Bilder. Einfach weil auf einer Devcon doch nur blasse Nerds mit ihren Schoßlingen den Vorträgen und Workshops lauschen. Das ist durchaus wohlwollend gemeint.

Wie es zuweilen in den Schoß fällt, gibt es heute einen neuen Speaker, der über „Mobile Entwicklung mit phonegap und Titanium“ spricht. Ein Konzept gibt es noch nicht, von einer Foliensammlung ganz zu schweigen. Nun ist es noch eine knappe halbe Stunde bis dahin und vielleicht kommt ja auch keiner. Diese Hoffnung bleibt.

Die Hoffnung hat sich nicht bestätigt. Der Raum ist voll. Einer der Zuhörer hat schon einml ein Projekt mit Titanium gebaut, einige haben sicjh mit phonegap probiert. Trotz Konzeptlosigkeit war es ein Erfolg. Es gab viel Zwischenfragen und -lacher. Wie zu erfahren war, gibt es nun auch Weiterentwicklungen beim jQMobile. Wie dem auch sei. Es ist gut, wenn es genügend dieser Scheinlösungen gibt. Umsso mehr bestehen Bedürfnisse nach richtigen Lösungen und die Mehrzahl der Entwickler läuft in die falsche Richtung, bindet unnötige Gehirnleistung ;-)

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Freitag, den 20.05.2011 [06:58]
Matazumi ist mitnichten der Name eines japanischen Atomkraftwerkes und auch nicht des Erfinders von Ruby – nein, das ist ein neues Produkt auf dem Hamburger Goldbekmarkt.



Es ist ein Kurzwort und bedeutet: Maultaschen zum Mitnehmen. Da hat sich Frank und Tina echt mal wieder etwas einfallen lassen. Immer wieder nachgefragt: die Veggi-Maultaschen. Die gibt ea aber leider nicht. Dazu sind Maultaschen nicht erfunden worden ;-)

Gestern Nachmittag war das Thema Barcodescanner dran. Es klappt tatsächlich mit dem TiBar-Modul, was eine Adapation von ¬zBar ist. Ein paar kleine Tricks und schon kann man in er eigenen App eine ganze Menge Strick-und Punktcodes einlesen. Es sind das: QR-Code, CODE-39, I25, DataBar, DataBar-Exp, EAN-13, EAN-8 UPC-A, UPC-E, ISBN-13, ISBN-10 und PDF417. Das Lesen der Barcodes ist immer lizenzfrei, allerdings ist das Drucken der geheimnisvollen Zinken bis auf QR-Code kostenpflichtig.
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Montag, den 16.05.2011 [06:57]
Unsere Lena aus Hannover ist nun doch nur 10. beim ESC geworden. Da werden wohl viele Tränen in Deutschland geflossen sein. Mir ist es egal. Jetzt kann das nette Mädchen von nebenan fürderhin noch auf Tankstelleneröffnungen und Firmenjubiläen reüssieren.

Das ist alles Schnee von gestern – als auch das Kopfabschießen im IWF. Da soll der Geld-Chef tatsächlich in einer 5000$-Suite das Zimmermädchen angefasst haben. Sofort sind Börsenkurse gefallen.

Wie sagte schon der Geheime Rat aus Weimar: „Politisch Lied ist ein garstig Lied“. Wenn wir gerade bei Sprüchen sind. Hier im betahaus, da ghet die Post ab. So ganz Schlaue („He Digga, ich gründe gerade eine Firma, wie geil ist denn das …“) konditionieren die Arbeiter und Arbeiterinnen so etwa mit folgendem Satz: „Respekt und Aufmerksamkeit ist wichtiger als Geld, denn bei nur Geld hat man bald keinen Respekt mehr. " Die Währung ist also Hoffnung. Und es scharen sich immer bereitwillig „Dumme“, die freudig und gerne für Leittiere die Werte schaffen. Ist aber auch gut so, denn ohne diese „Führer“ hätten wir nicht diesen notwendigen Wachstumsschub – der wie bekannt – die einzige Alternative zu Krieg ist.

Genau dieser Wachstumsdrang führt auch zu immer feineren iPhone-Apps. Das ist das Thema. Bis auf gewisse Spiele sind die Anzeige von standortabhängigen Daten ein Lieblingstummelplatz. Natürlich gibt es schon eine Budni- und Haspa-App. Einfach nur, damit der stolze iPhonebesitzer und -benutzer noch schneller zu seiner Hausbank und/oder Drogerie kommt. Technisch gesehen wird eine Datenbank vorgehalten, die sowohl die Beschreibung der Objekte als auch die GPS-Daten enthält. Da das Smartphone immer „weiß“ wo es sich befindet. braucht es jetzt eine Abfrage in jener Datenbank. Die Abfrage muss letztlich nach dem Abstand zum eigenen Standort sortieren. Diese geografische Abstand benutzt nicht nur wie in der Schulmathematik („die Erde ist eine Tischplatte“) Wurzel aus den Abstandsquadraten, sondern auch noch so komplizierte Operationen wie Arcussinus. Die Formel ist hinlänglich bekannt. Da sich die GeoDaten vermutlich ursprünglich auf einem Internetserver befinden, könnte man diesen auch gleich regelmäßig befragen. Übliche Datenbankdialekte (PostgreSQl, mySQL, Oracle) haben das am Bord, so dass eine Abfrage sofort udn sehr effizient die Liste der benachbarten Geldinstitute usw. liefert. Leider brauchst dafür einen ständigen Netzzugriff.

Die gute Nachricht: auf Smartphones läudt immer SQLight. Das ist so eine abgespeckte SQL-Datenbank. Man könnte also bei Instatllation der App gleich den Datenbestand installieren und dann regelmäßig Erneuerungen fahren. Leider – dieser Datenbankdialekt kann keinerlei mathematischen Funktionen. Dann gibt es nur die Gummilösung. Nämlich alle Datensätze holen und dann händisch die Abstände zum eigene Standpunkt berechnen, sortieren und ausgeben. Das geht selbstverständlich nur bei nicht wirklich großen Datenbeständen.


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