Rainers Horen
Sonntag, den 26.06.2011 [09:30]
Trotz lauter Harleytage war das Wochenende in Hamburg wieder einmal großartig. Die andere Möglichkeit als Mann laut zu sein ist Rockmusiker. Nun sind sie wieder in ihren Büros und schreiben Angebote oder bearbeiten Kreditanträge.



Gerade um dem Geknatter zu entfliehen sind natürlich ADFC-Radausflüge sehr gut geeignet. So ging es tagsübervom Hafen aus über Wilhelmsburg bis zur Spitze, wo sich Süder- und Norderelbe teilen – und auch wieder zurück. Dort wohnte übrigens die Inge Meisel. Auch eine nette Person.

Diese ADFC-Radtouren sind schon eine durchaus wohlwollend zu bewertende Institution. Aber leider gibt es immer weniger Tourenleiter – schon deshalb weil sie immer älter werden und irgendwann einmal ausfallen. Es scheint so, dass sie ihre Touren als Herrschaftswissen betrachten und beispielsweise einen Mitschnitt oder gar eine Veröffentlichung nicht erlauben.



Abends klang der Tag wieder bei Bier, inhaltsvollen Gesprächen und ¬Schiffswendemanövern an der Strandperle aus.
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Freitag, den 24.06.2011 [09:01]
Gestern ist etwas sehr Mysteriöses passiert – so wie etwa dieser Reifen. Aber alles nach und nach. Im März haben wir nichtsahnend eine AndroidApp in den Market gestellt. Lief auch wunderbar. Das Ding kompiliert und dann die APK-Datei dort hochgeladen. Gestern nun kam der Wunsch aus, das Icon auszutauschen. Das ist natürlich einfach. Also wieder kompilieren und das APK ab in den Market. Da kommt plötzlich eine Meldung: Market does not accept apks signed with the debug certificate. Create a new certificate that is valid for at least 50 years … Das ist eine neue Erkenntnis. Es ist nur verwunderlich, dass die Meldung im März nicht kam – haben die was geändert? Ein kurzes Eintauchen in die Datengurgel bringt es zu Tage: die Entwicklungsumgebung nutzt im Entwicklungsprozess einen Debugkey. Also wird ein neuer, richtiger Schlüssel generiert. Im Netz gibt es dazu vielfältige Handlungsanweisungen. Dann kompiliert man die App unsigniert, was eben nicht das Standardvorgang ist. Dann wird die App signiert. Scheint einfach. Nun wieder hochgeladen und was passiert? The apk must be signed with the same certificates as the previous version.. Tja würde ich gerne, das generiert aber die erste Fehlermeldung.



Es sind genau die Dinge, die ein Projekt immer teurer werden lassen. Das ist für einen Angestellten ein normaler Vorgang. Dann wird es eben am nächsten Tag erledigt. Ein auf Projekt bezahlter Freelancer kann das nicht leisten. Irgendwann ist der Monat nur und er hat nur solche Zusatzprobleme gelöst.


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Dienstag, den 21.06.2011 [09:55]
Auch gestern ist wieder erfolgreich strafbewehrten Unterlassungserklärungen stattgegeben worden. Besonders perfide, weil unmoralisch: das „Opfer“ (eigentlich ja Täter) ist eine ehrenamtliche Kultureinrichtung. Wie kann das passieren? Es fühlt sich wie das anarchistische Manifest des anonym mit Maschinengewehren in die Masse Schießen an. Der Schütze unterliegt keinerlei sozialen Kontrolle – das ist es wohl, was ihn ermutigt.

Ganz anders sieht das in der alten, realen Welt aus. Da hat ein alter Studienfreund ein Reihenhaus auf der Schwäbischen Alb gekauft und ärgert sich, wenn die Nachbarskinder über den Zaun klettern und alles zertrampeln. Das muss man nicht bewerten. Jedenfalls stieß die Idee der Abmahnung mit Androhung von 22000 Euro bei Nichteinaltung auf Unverständnis. „Die schmieren mir zeugenlos und damit nicht gerichtsverwertbar Pattex oder Uhu ins Schloss oder zerstechen die Reifen“. ja, so ist das. Das muss der Internetabmahnanwalt nicht fürchten.
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Montag, den 20.06.2011 [18:52]
Der für die Feldforschung großartig geeignete Dialektrekorder nimmt langsam Gestalt an. Nun kann sich der Wissenschaftler unter das Volk mischen und dem Volke aufs Maul schauen. Nach START wird die Zeit und der Pegel angezeigt – der Text läuft wie in einem Teleprompter langsam durch. Ist das nicht großartig?

Jetzt wird es noch besser: da Dialekt besonders von Menschen älterer Generation gesprochen wird, kann die Ausgabe auf Fraktur umgeschaltet werden. Und einmal ehrlich: es liest sich viel flüssiger als das moderne Antiqua, einfach weil die es mehr Ober- und Unterlängen gibt, das S-Zeichen besser unterschieden und Ligaturen genutzt werden. Ist übrigens auf dem iPhone nicht trivial. Es liegt einfach daran, dass es für die Ligaturen wie tz, tt, fl, tz, ck keine Unicode-Zeichen gibt und – was noch fataler ist – es lässt sich nicht automatisch jedes dieser Zeichendoppelungen ersetzen. Es müsste ein Wörterbuch aller deutschen Worte her. Und selbst dann: Wachstube und Wachstube wären nicht zu unterscheiden. Kleine Eselsbrücke: WachStube und WachsTube. Auf dem iPhone sieht das im Unterschied zur Darstellung hier wirklich sehr brilliant und knackig aus. Vierfache Pixeldichte macht lohnt sich. Also wo auf einem normalen Bildschirm ein Pixel ist, da sind auf dem Handschmeichler 4%times;4=16 Pixel ;-)

Jede Aufnahme kann wieder gelöscht oder eben auch in die zentrale Datenbank geladen werden. Dabei können der Aufnahme noch Metainformation mitgegeben werden, das da wären: Alter, Beruf und Geschlecht des Sprachzeugen, geografischer Standort und Uhrzeit. Letztere beiden Daten werden automatisch ermittelt :-)

Das Lockengelöt hat wieder einmal umgebannert. Gab es bis heute früh noch eine Stimme für den Verbleib der Roten Flora, wird ¬seit heute morgen 5 Uhr 45 nicht „zurückgeschossen“, sondern gegen der/die/das Gentrifidingsbums gewettert.



Für die, die es noch nicht in der depressionsfördernden Alsterbibel gelesen haben: das ist der natürliche Vorgang, bei sich der Satz von der Geilheit und Keuschheit des Kapitals bewahrheitet. Aus heruntergekommenen Quartieren entwickelt sich über Studentenansiedlung, deren Einsteig in die Medienindustrie usw. ein Schickimickiquartier, in dem dann nur noch Kneipen und Biolädendie entsprechenden Quadratmetergewinne erarbeiten können.

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