Rainers Horen
Sonnabend, den 09.07.2011 [14:00]
Der Wahnsinn geht weiter. Seit einigen Tagen gibt es nun den Fratzenbuchnachfolger von Google. Und schon gibt es wieder selbsternannte Experten („Googxperten+“?), die wieder einmal die Welt verrückt machen, Ängste schüren etwas zu verpassen und das Rauschen und die Beliebigkeit erhöhen. XING ist gerade voll davon.

Gerade in der Welt der Smartphones bietet es sich an, in all diesen Netzwerken alles bekanntzugeben. Man nennt es auch Dokumentationszwang. Da ja nun Kunden aus verschiedenen Gründen zur weiteren Erhöhung der Belanglosigkeit beitragen wollen (virales Marketing), muss es wohl sein. Im Unterschied zum Web, wo man Webstellen bewirbt und/oder bewertet, geht das auf dem Smartphone nicht. Immerhin sind die Apps nicht mit Hyperlinks verbunden. Der Sinn das mobilen Sharings ist das Verbreiten von Bildern, Filmen, kleinen Texten zu den entsprechenden Plattformen wie Facebook, Google+, Instapaper, Pinboard, Tumblr und natürlich auch Twitter. Dankenswerterweise hat Ruben Fonseca ein gut beworbenes Modul (9,99 €) gebaut, das genau diese Bedürfnisse abdeckt. Leider klappt das mit dem Zwitschern und Fratzen nur, wenn die beilegte DemoApp alleine läuft. Schon bei Hinzufügung des Scanmodules tibar scheitert das Kompilieren.
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Freitag, den 08.07.2011 [23:46]
Im ¬Nachtspeicher23 war heute Frau Sibylle Feucht aus der schönen Schweiz. Sie bügelt diese bunten Perlen zusammen. Vater hasste es wegen der Wohnungsverwahrlosung. Nun wird es zur Kunst.



Unklarheiten? So sieht es im Detail aus:



Ist das noch Kunstgewerbe oder schon Kunst? Bedenklich: es ließe sich kommerzialisieren. Laden sie ihr Bild und ihre Kontodaten hoch. Dann bekommen sie den total abgefahrenen Wandschmuck. Unverrottbar. Technik? Bestückunsautomaten aus der Elektronikindustrie, die die richtige Plasteperle platzieren.
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Donnerstag, den 07.07.2011 [21:39]
Um einmal der Wahrheit die Ehre zu geben: das iPhone ist ein Spielzeug für kleine und große Jungs und Mädchen. Da gibt es einen „Photoapparat“, ein GPS-Gerät usw. Bisher war solch Art Chinakram dann doch nur Tinneff. Das Besondere an dem Ding aus dem sonnigen Kalifornien ist die Perfektion dieser Scheinwelt. Also : wenn es hell genug ist, aber doch nicht zu grell und wenn sich das Objekt nicht bewegt und schiefe Fluchtlinien nicht stören, dann lässt sich mit der eingebauten Knipse viel machen. Viele Bilder in dem Blog sind so entstanden. Lässt man die Auswertesoftware Strichcode entdecken und analysieren, hat man beinahe einen Barcodescanner vor sich. Das klappt dann sogar in der schummrigen Kneipe mit der schäbigen Astraflasche in der Hand. Hm. Warum gibt es dann noch die teuren Laserscanner an den Kassen. Warum gibt es Webagenturen, wo es doch den vielbeworbenen 1&1-Webbaukasten gibt?

Der Laserscanner arbeite auch aus größerer Entfernung, ist wesentlich schneller, kann auch schräg lesen und das Umgebungslicht muss nicht gleichförmig sein. Letztere Einschränkung ist nicht sofort einsichtig. Photographiere ich einen Barcode, dann nehme ich die Refektion des codes durch das Licht auf. Es findet also eine Multiplikation statt. Ist das Licht gelichmäßig, dann „sieht“ die Kamera nur den Code. Es misslingt sofort, wenn ich beispielsweise versuche, den Strichcode hinter einer Gardine zu erkennen. Und deswegen ist das iPhone kein Teil für den professionellen Einsatz. Aber warum nicht doch den Spieltrieb befriedigen? Auch dafür gibt es einen Markt. Statt eines kompakten Barcodescanners, könnte man auch einen schieren Laserscanner an das iPhone anschließen, was dann die Datenweiterverarbeitung übernimmt. man ist dann flexibler und kann eigene Ideen verwirklichen.

¬LineaPro bietet solch ein Zusatzgerät für $499 an. Warum nicht? In der Appcelerator-Welt lässt sich dann das angeschlossene Zusatzgerät ansprechen. Paul Nelson hat gerade heute ein ¬Titanium-Zusatzmodul vorgestellt. Die Hardware ist quasi eine Hülle um das iPhone und beinhaltet eben diesen Scanner als auch einen Magnetkartenleser.
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Mittwoch, den 06.07.2011 [17:15]
Wie heißt es so schön: auf hoher See und vor deutschen Gericht ist man in G*ttes Hand. Solch ein Gefühl beschlich heute den Schreiber dieser Zeilen. Eine Agentur soll ein mobiile App mit Geofunktionen bauen und glaubt den HTML5-¬Werbeversprechnungen und realisiert das Problem mit einer Webview. Das verwöhnt. Da da noch einige Spezialwünsche wie persönliches Routing anliegen, frisst das viel Energie, Zeit und Gemütlichkeit im Büro. Es ist Konsens im Bereich mobile Entwicklung, dass ein Webbrowser auf dem Smartphone eigentlich gar nicht geht. Es ist nun einmal zäh, hakelig und holprig. Er lässt sich zur Not einsetzen, um beispeilsweise einfache Webinhalte darzustellen. SPIEGEL, stern und Focus machen das so. Was nun wirklich nicht geht sind komplexere Kartenhäuser mit viel Javascript. Nun ist man in dem Projekt aus vielleicht Unkenntnis wegen der neuen Materie diesen Weg gegangen und der Kunde ist extrem unzufrieden, weil das sein Produkt eben nicht so rutschig-flutschig daherkommt, wie man es erwartet.

Nun komme ich ins Spiel: „Hilf uns und mach es performanter!“ „Tja, das geht leider nicht, weil falscher Film.“ „He, das muss doch lediglich in der Performance optimiert werden.“ Jetzt kommt obiges Gefühl auf und auch noch Sprachlosigkeit auf. Sagte nicht Rudi Dutschke so richtig: „Lernen heißt Scheitern lernen“?

Jetzt mal ganz konkret: wenn die Aufgabe besteht, in einer individuellen Karte zu zoomen und zu schieben und dann auf Klick Aktionen auszulösen, dann ist das auf der nativen Seite recht simple. Man definiert eine Scrollview, packt dort das Bild der Karte rein und erlaubt das Zooming. Das sind zwei Zeilen Code, die dann genau das Konstrukt aufrufen. Entsprechende Gesten werden unmittelbar auf diese View angewendet und ausgewertet. Realisiert man die Aufgabe in einer Webview, dann passiert Folgendes: das Schweizer Messer Safari mit all seine mächtigen Funktionen wird gestartet. Dort läuft dann (damit es wie iPhone anmutet) beispielsweise jQTouch. Damit dort das Zooming funzt, wird noch einmal iScroll reingeschoben. Wenn jetzt der Nutzer ranzoomen will, dann wird eine Riesenmaschine angeworfen, die einafch nur die Geste auswertet. Da im Webbereich oftmals gepollt und und gebastelt wird, dauert das eben dann länger als die magischen 50 Millisekunden. Es fühlt sich nicht mehr flüssig und unmittelbar an, sondern wie gewollt und nicht gekonnt. Nicht nur zur Laufzeit ist es beschwerlich, sondern auch der Entwicker schreibt wesentlich mehr als die zwei Zeilen hin. Der muss jetzt wirklich grübeln. Aber: er hat nach getaner Arbeit selbst das Gefühl, etwas Schweres geleistet zu haben. Arbeit wird entgegen aller Beteuerungen oftmals nach dem Aufwand beurteilt. Und wenn dann selbst der Akteur dieses Gefühl hat, strahlt er es aus und andere glauben es. Wahrheit ist ja das, was der Eine sagt, und der Andere glaubt. Ist also schon deswegen nicht objektiv, weil es von der internen Kalibrierung des Nachrichtenempfängers abhängt.



Auch bei der nativen Anwendungen bleibt es kleines Knobelproblem: wie kann ich aus dem Klick auf die Karte (der in der x-Achse einen wert zwischen 0 … 320 liefert) die wahre Koordinate bestimmen? Das hängt vom Zoomfaktor, der Verschiebung, der obigen Klickkoordinnate und von der Fensterbreite (wahrscheinlich 320) ab. Ich glaube, das ist eine echte Milchmädchenrechnung und kann jeder Schüler ab Stufe 5 rausrechnen.
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Dienstag, den 05.07.2011 [21:49]
Da ist ja schon wieder so ein Fliegendreck! Diesmal steckt ein Klang dahinter. Das klingt geheimnisvoll. Ist es auch. Leider klappt das nicht mit barcoo, weil diese WerbeApp immer eine Webseite (=?Internet) öffnet, wenn es eine Internet-Adresse detektiert. Da hinter diesem Muster ein Link auf eine MP3-Datei enthält, wird das fehlschlagen. Die FahrradApp ist natürlich intelligenter und öffnet den Audioabspieler direkt.

Was sich daraus für phantastische Möglichkeiten ergeben! Gewinnspiele, Schnitzeljagden, begehbare Hörbücher, multimediale Stadtführer, irgendwelcher Kulturkram auf der documenta in Kassel …
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Montag, den 04.07.2011 [16:59]
Radfahrer leben von den Routen, die sie unter die Rädern nehmen. Da besteht ein gewisser Informationsbedarf. So war der letzte Ausflug mit Klaus vom ADFC ¬kreuz-und quer über die Elbinsel durchaus nachahmenswert und es wäre schön, wenn noch mehr Radler von der Schönheit und Besonderheit der Elbinsel erfahren würden. Leider dürfen die Trackdaten der wunderschönen Tour hier nicht veröffentlicht werden. Sie sind Eigentum des Tourleiters.

Nun haben wir einfach rasch eine neue Tourendatei erstellt – hat nur zehn Minuten der wertvollen Lebenszeit gekostet.


Nun wäre es superchick, wenn in der RadCity gleich ein Link zu Karte wäre. Vision: neben dem Artikel zur Tour ist ein QR-Code. Der sieht so wie die Marke hier an der Seite (Ist schon erstaunlich, dass die wenigen Klötzchen die komplette Tour enthalten). Der Leser hält sein iPhone darüber und schon wird die Route in sein Gerät übertragen.

Die Vision ist wahr geworden. Es ist schon implementiert. Startet man Barcoo (die StandardApp zum Barcodelesen) und hält das Kameraloch auf das Pixelgewusle, wird sofort ¬obige Seite aufgerufen. Das ist die Gummilösung, die auch auf Android funktioniert. Und was das Beste ist: es lässt sich leicht in den Arbeitsablauf integrieren. Die GPX-Datei wird auf einen beliebigen Server kopiert. Dann wird mit einem ¬QR-Generator die Marke generiert. Die zu verpixelnde URL lautet: http:??tools.webmasterei.com/gpx?_URL_der_GPX_Datei. Das war es schon und geht voll in die Richtung, die Steve Jobs in seiner letzten Verlautbarung visionierte. Alles soll einfacher werden. Auch für einen großen Hamburger Verein könnte der gerade durch die ganze Hansestadt plakatierte Spruch: Hamburg geht App wahr werden. Allerdings müsste da bei gewissen Internettrotzköpfchen ein Denkwechsel stattfinden. Das ist wegen des großen Beharrungsvermögens menschlicher Überzeugungen sehr unwahrscheinlich.

Nun, das war die Lösung, die ungefähr eine Stunde Coding verbraucht hat. Da der größte Feind von gut auch einen Namen hat – nämlich besser, lässt sich die Angelegenheit auch noch optimieren. So könnte das Laden der Tour auch in einer eigene, nativen App erfolgen. Dann kann die Route nicht nur einfach angezeigt, sondern auch editiert, kommentiert und so weiter werden. Die App nutzt die Scan-API, holt dann die Geodaten und stellt sie nativ dar. Jetzt wird das eine wirklich runde Lösung.

Das Allerbeste ist die Abwärtskompatibilität. Hält man die BarcooApp auf den Kästchenhaufen, dann wird jetzt schon die als Webview angezeigt. Hält man die eigene App darauf, kann das Programm machen was es will. Das könnte beispielsweise die Anzeige in der App oder die Darstellung des Höhenprofils der Tour sein. Teilnehmer der Tour könnten Photos hochladen oder was auch immer.
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