Rainers Horen
Dienstag, den 26.07.2011 [22:07]
Jetzt sag mal einer was er will. Verkehrszeichen transportieren auch auch Menschenbilder. Wäre mal eine Thema einer Soziologenjahresarbeit. Schauen wir uns das Straßenschild Fußweg in der böhmischen Variante an. Und: wir behalten die bundesdeutsche Variante im Hinterkopf: Mutti mit geschlechtslosem Kind



Mädel hat Haarschleife. Hm. – ist ja eigentlich die russische Variante. OK, das mögen noch multikulturell verzeihbare Unterschiede sein. Aber nun der Erziehungsberechtigte. Hat der nicht die Hand in der Hosentasche (in Österreich = Hosensack)? Geht das Mann mit Hut und Hand frohlockend gerade ins Gebüsch?
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Montag, den 25.07.2011 [21:54]
„Mastkur im Sudetenland beendet“ – so oder ähnlich könnte eine bebilderte Tageszeitung aufmachen, wenn die Kanzlerin in Jet?ichovice ihre Sommerfrische verbracht hätte.


Es ist ja auch schwer Einhalt zu gebieten, wenn der freundliche, an Schwejk-Figuren erinnernde Wirt, nach jedem Bier fragt: „Noch?“ und das große dunkle Bier nur einen Euro kostet. Und erst das Essen: es ist natürlich weit entfernt von zeitgeistiger Vorstellung leichten, mediterranen Genusses. Hier wird noch nahrhaft und dadurch auch schmackhaft gekocht. Jeder Koch weiß vom Geschmacksträger Fett. Und so ist die sudetendeutsche Küche doch recht schwer. Selbst Forelle oder Entenbraten ist nicht wirklich leicht. Wenn es schmeckt, dann schmeckt es eben und so gestaltet sich ein typisches Abendbrot: Gulaschsuppe mit Sahnehäubchen, dann Kartoffelknödel gefüllt mit Speckkassler in Sahnesauce, dann süße Knödel mit heißen Aprikosen und Schlagsahne, dann noch ein Eisbecher mit Schlagsahne und Eierlikör und zum Schluss ein Espresso mit Kaffeesahne. Kam jetzt das Wort Sahne fünfmal vor?



Wie kommen die Tschechen mit dem Systemwechsel zurecht? ein wenig ist eine Reise dorthin wie eine Reise in die Vergangenheit. Gerade auf den Dörfern in der Böhmischen Schweiz erscheint es zuweilen, dass nur die Deko ausgetauscht wurde. Es gibt noch herrlich heruntergekommene Häuser und Höfe. Alles ist noch so unaufdringlich unbunt. Das Outdoorurinal in H?ensko ist natürlich aus dem Zusammenhang gerissen und ist nicht die übliche Wasserlassmethode. im netten Tschechenland. Offenbar waren die Anwohner nur vom wilden Pieseln genervt und versuchen die Verschmutzung ihres Vorgartens zu kanalisieren.

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