Rainers Horen
Sonntag, den 14.08.2011 [09:16]
Nach dem Arnos Schmidts Faun kommt noch das Geräusch des Monats, die Queen Mary II tönt vom Hafen und so freut sich ganz Deutschland am verregneten Sonntag auf dem Tatort. Welche Randgruppe wird wohl heute thematisiert, welche soziale Schiefstellung in unserer Gesellschaft wird angeprangert?


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Dienstag, den 09.08.2011 [11:56]
Ein Traum wird war: der totale Überblick über alles was geht:



Auf einen Blick sehe ich, auf welchen Baustellen was durchgezwitschert wird, wo sich meine „Freunde“ gerade einloggen und was auf der Fratzenbuchwand läuft. Jetzt käme die Zeit für den Megabildschirm oder den Beamer. Es ist wirklich wie in alten Zukunftsromanen: man kommt nach Hause oder ins Kontor und hat die Netzneuigkeiten wandfüllend im Blick.

Was heute eine völlige Selbstverständlichkeot ist, war vor 16 Jahren völlig abgedreht. Wir hatten damals schon Local Based Services und alles Mögliche, nur niemand wollte es. Die Stadt Jena hat das Netz noch nicht als Marketinginstrument erfasst. Stimmt auch. damals saßen nur einige pockennarbige Studies im Rechenzentrum vor UNIX-Monitoren und knabberten an der Pizza.



In der Westbahnhofstrasse war eine Internetfirma, die sehr teuer Modemzugänge anbot, mit denen man trotz schlechte, Jenaer Telefonnetz seine Mails lesen konnte, weil die den Kram quasi als Proxie vorhielten. Jedenfalls hielt ich damals in den Firmenräumen einen Workshop ab. Da kamen tatsächlich einige Unternehmer. Als ich dann die Idee von Shopsystemen und Katalogen vorbrachte, schlug mir nur Unverständnis entgegen.
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Montag, den 08.08.2011 [19:45]
Der verregnete Somer setzt sich fort. Dann ist das wohl so. In Café Absurd hat eine neue Künstlerin die Gelegenheit zur Ausstellung bekommen. Irgendwie kratzen die Motive und Konstellationen am Unterbewußten. man hat das Gefühl, das alles schon mal gesehen zu haben. Die miese Bildqualität bitte ich zu verzeihen. Als Grund soll einmal das schummerige Licht in solchen Kneipen und die unterirdische Empfindlichkeit der iPhone-„Kamera“ gelten.



Eine Idee für die Suche nach dem archaisch Unterbewussten wäre vielleicht der Einsatz der ¬Ähnlichkeitssuche bei einem bekannten Suchmaschinenanbieter. Bedauerlicher- und seltsamerweise spuckt die Suchgurgel nur sehr unähnliche Bilder aus. Die einzige Ähnlichkeit besteht im Farbspektrum. Ändert man nur geringfügig die Farbsättigung, dann erscheinen völlig ändere Bilder als Treffer. Einzige Ähnlichkeit ist in diesen süßen kleinen Hunden aus Japan zu sehen – ist eigentlich das gleiche Motiv.



Aber in Wahrheit haben die beiden Hunde wohl nicht die Probleme, die die beiden jungen Damen haben. Hunde sind nicht so kompliziert – oder doch? Es hat nicht den Anschein. Die Hundekinder haben noch keine Scham und keinen Liebeskummer. Es gibt noch mehr Unterschiede ;-))

Nachfolgendes Essay ist keinesfalls als Kundenbashing zu verstehen. Der Kunde an sich ist sehr klug und weise. Dennoch gibt es zuweilen Missverständnisse und vielleicht kann der kleine Aufsatz im aufklärerischen Sinne etwas zum Weltfrieden beitragen. Gerade kam nämlich ein Anruf einer kleinen Webagentur rein mit der Nachfrage, ob ich mal schnell einen RSS-Feed bauen könnte. Nun weiß nicht jeder, was denn das nun wieder für ein nerdiger Kram ist. Ein Er-Ess-Ess-Fiet ist eine Liste von strukturierten Daten. Nun sind wir auch noch nicht schlauer. Beispiele sollen es erklären: Ein typischer Feed wäre die liste der letzten Nachrichtenagenturmeldungen, das aktuelle Kinoprogramm der Klitsche von gegenüber oder einfach nur die Liste der aktuellen offenen Stellen des hiesigen Jobcenters. Dieser Feed hat keine Farbe und auch keine runden Ecken, es ist einfach nur der reine Text mit Kennzeichnungen, was nun Überschrift, Breschreibungstext oder Datum ist. Diese Feeds eignen sich hervorragend dazu, zwischen Webservern Daten auszutauschen. Jetzt stellt sich sofort die Frage, warum ein Webseitenbetreiber den mühsam erstellten, redaktionellen Inhalt so einfach der Wiederverwendung preisgibt. Im schlimmsten Fall ist das eine Abmahnfalle – egal.

Da soll also ein RSS-Feed her. Es darf doch die Frage erlaubt sein, was da nun drin stehen soll – die ersten 100 Primzahlen oder die Geburtstage aller Bundeskanzler? Die Antwort: alle angebotenen Stellenangebote einer Webseite. Hm. Das ist überschaubar. Eine SELECT-Abfrage in der Stellen-Datenbank und in Handumdrehen ist da der gewünschte Feed. Die Stellen stehen auf Hunderten redaktionell gestalteten Webseiten. Volltreffer! Also wenn ich in einer Küche alle Erbsen, Nudeln und Gewürznelken nicht in den Tütchen belasse sondern alle in einen großen Topf schmeiße, dann habe ich eine prima Aufgabe für einen hergelaufenene Prinzen, der mit der Lösung der Sortieraufgabe ein halben Königreich gewinnen kann (oder Rübe ab). Jetzt rächt sich der allfällige Spruch: Machen Sie es mal ganz einfach!. Jetzt wäre der Moment gekommen, es richtig zu machen. Nein, wieder gilt der Wunsch nach Lehrgeldzahlung. Weiter pfuschen und parallel zur Webseite nur den Feed erfassen lassen?
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