Rainers Horen
Sonntag, den 21.08.2011 [17:05]
Schon einmal im Facebook unter Profil/Kontakte gewesen? Dort sind alle Kontakte verzeichnet, die im eigenen iPhone eingetragen sind. Ist schon erschreckend. Wie kommt das Portal an diese Infos? Wer schon einmal nativ fürs iPhone programmiert hat, der ahnt es. Innerhalb der Programmierumgebung gibt es Möglichkeiten, auf Kalender, Kontakte und Kamerarolle lesend und schreibend zuzugreifen. Ist also die entsprechende iPhoneApp installiert, könnte die App den Kram unbemerkt auslesen und an den Zentralserver übertragen. So ist es wohl. Im Umkehrschluss hat also Facebook auch schon die eigenen Bilder – muss man also nicht erst hochladen.



Das klingt echt uncharmant. Nun wettert seit Tagen ein Datenschutzbeauftragter aus Schleswig-Holstein gegen das Fratzenbuch und droht mit 250000 € Strafe, für den, der es nicht entfernt. Wir haben es getan, aber nicht wegen der Medienkampagne.

Nochmal zur Erinnerung: der Markt, auf dem untere anderem Fisch verkauft wird, sollte so geschrieben werden. Anderenfalls (so wie auf dem obigen Photo), müsste es Fis-Chmarkt ausgesprochen werden.



Egal, die Verblödung unaufhaltsam voran. Das diesige Wochenende war ganz dem Schanzenfest (über 30 Festnahmen) und den Cyclassics gewidmet. Genau dann spätestens wird es Zeit, den urbanen, quirligen Moloch zu verlassen. Schon hinter Blankenese beginnt das flache Land mit Weiden, Schafen und Deichen.




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Mittwoch, den 17.08.2011 [15:59]
Eine iPhone-App in Sütterlin – warum nicht? Zum einen trennt sich hier die Spreu vom Weizen, denn nur auf dem hochauflösenden Retinadisplay des iPhones ist das eine Freude zu lesen und es übt in dieser schönen alten Schrift, die durch ihre stärkere Ausprägung von Unter- und Oberlängen schneller zu lesen ist. Und sich auch schneller schreiben lässt. Was diese Diskussion um die Schulausgangsschrift in Hamburg nur soll! Was sollen erst die Russen sagen – da ist die Schreibschrift (und auch das Kursive) wesentlich anders als die Normaldruckschrift. Noch krasser und für Sprachlernende des Hebräischen: da lernt man nun die 22 kryptischen Buchstaben, dann geht die Lehrerin an die Tafel und schreibt in völlig anderen Buchstaben an die Tafel. Diese hebräische Schrift ist in Deutschland gänzlich unbekannt.

Sütterlin wurde am 3. Januar 1941 offiziell abgeschafft, weil der böhmische Unteroffizier plötzlich der Meinung war, dass diese Schrift jüdisch sei, dabei stimmt das nun wirklich nicht und Herr Sütterlin war Oberlehrer im schönen Lahr.
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Dienstag, den 16.08.2011 [15:22]
Gerade kommt eine Anfrage rein: „Unsere Homepage ist bei Google nicht zu finden.“. Das ist natürlich bedauerlich. Alle wollen oben auf der ersten Seite stehen. Auf der anderen Seite wünschen sich alle Suchmaschinebenutzer gute Suchergebnisse und wenig Spam. Ohne jetzt auf die tausend Fehler auf der graphisch hochwertigen Hotelwebseite einzugehen, stellt sich doch die Frage, ob da nicht der Webseitenmaler dafür haften muss, dass er doch nur Schliff gebacken hat. Mit Sicherheit hat der Kunde in seinen Visionen keinen Gedanken an SEO verschwendet. Er hat die Designerin auch nicht drauf hingewiesen, dass er nicht abgemahnt werden möchte. Der Hotellier ahnt vermutlich auch nicht, was auf ihn zukommen kann, wenn er die Seitenzählerei einer Firma in den USA überlässt.



Wie dem auch sei – es ist ein weites Feld und es reicht nicht, irgendwelche Schlüsselwörter in das Keyword-Feld einzutragen. Es ist übrigens der beste Beweis: gerade auf der Seite ist es deutlich zu merken. Es klappt nicht. Natürlich könnte in einem Vorgespräch schon das eine oder andere Problemchen angesprochen werden. Nur was bringt es? Nichts! Letztlich muss die derzeitige Redaxo-Webseite an vielen Stellen modifiziert werden. Das geht schon mit der Vermeidung von Text als Grafik los … und endet mit der Wahl des Domainnamens. Es ist sicher gut fürs Ego, wenn der eigene Familienname und dann noch die andere, nichts mit der Geschäftsdidee zu tun habenden Namensbestandteile zusammen über zwanzig Buchstaben ergeben. Der potentielle Hotelgast hat nichts davon.



Übrigens läuft gerade durch die T3N ein ¬Artikel über Adobes Muse. Das ist wieder einmal so ein Webmalprogramm, der letztlich zum Zahlen von Lehrgeld seitens des Kunden führt. Der aus dem Ding purzelnde Code ist schlicht unwartbar, suchmaschinenunfreundlich – kommt aber mit neuen, schicken Effekten daher ;-))
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Montag, den 15.08.2011 [09:35]
Der Montag hat schon etwas Mystisches. Für Angestellte beginnt der Schlamassel. Mittwoch ist schon das Wochenende in Sicht und am Donnerstag ist quasi schon Vizefreitag. So hat die Zeit ihren Rhythmus.

Soll es jetzt wirklich noch Sommer werden? Es scheint so. In Hamburg weiß es fast niemand: in vielen deutschen Gauen ist heute ein besonderer Feiertag. Mariä Himmelfahrt. Keine Ahnung, was das bedeutet. Ist das suchmaschinenrelevant? Die Datengurgel hat heute eine neue Berechnungsregel für das Ranking gestartet. Das hat zu einiger Verwirbelung geführt. Jedenfalls ist klar: nicht nur die Antwortzeit eines Webangebotes ist wichtig, sondern auch die Rechtschreibung. Das System geht davon aus: „Wer damit schludert, der hat auch nichts Wichtiges zu sagen und wird abgerankt.“ So dreht sich die Schraube der mechanischen Bewertung menschlicher Ausdünstungen immer weiter. Und was noch viel schlimmer ist: die menschliche Kreativität wird ausgebremst. Wer also Wortneuschöpfungen einsetzt, muss mit einer Abwertung rechnen. Da ist sie wieder: die Regenerierung der Mittelmäßigkeit.

Die IPA-Sprechmaschinen-iPhone-App kann jetzt auch Fingersprache. Inspiration war der gestrige Beitrag im Deutschlandfunk, der die Erstellung des Gebärdenlexikons (Projektname: DGS-Korpus) an der Hamburger Uni zum Thema hatte.

Nachfolgende kleine Geotwitterwall (führt jetzt auch wieder zur Abwertung) funktionierte bis letzte Woche noch, jetzt knallte es.


Grund: die Twitterabfrage antwortet mit leicht verändertem Format. Twitter antwortet mit einer Liste von Eintägen und jeder Eintrag besteht aus einer Menge von Key/Value-Paaren, die dann den Namen, das Bild, den Text und eben auch die geografische Position des Zwitscherers angeben. Früher gab es für die Position die Eigenschaft loc, jetzt heißt sie geo.coordinates. Das zum Thema Nachhaltigkeit..

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