Rainers Horen
Sonntag, den 25.09.2011 [13:21]
Das hätte nun wirklich ein perfektes Hamburgbild werden können. Lotsenboot zieht fettes Schiff – der Klassiker schlechthin. Aber leider war es dunstig und gegenlichtig.



Der Tag war wieder grandios, ganz Hamburg war an der Elbe. Abends war Hochladezeit. Die iPhoneApps müssen ja wohl auch mal in den Store. Es sind so Tätigkeit, die nicht nur Spaß machen, weil doch tatsächlich immer neue Fehlermeldungen hochpoppen. Nach dem ersten und erst gar nach dem zweiten Upload geht das natürlich schneller. Ein kleines Thema sind die notwendigen Bildchen, die müssen in genauen Größen vorliegen und im System verlinkt sein. Ist also ein lösbares Problem.



?????? ????????
Beitrag kommentieren

Sonnabend, den 24.09.2011 [20:18]
Nun ist das schon recht fein, wenn die ganze Welt sehen kann, wo alles schon der Sternikronkorken unterwegs war. Das allerbeste: vom iPhone aus kann der begeisterte Biertrinker gleich das nächste Photo schießen. Da nun Bier nicht nur seelig, sondern auch ein klein wenig die die Konzentrationsfähigkeit einschränkt, muss die App auch in diesen besonderen Lebenslagen noch intuitiv benutzbar sein.

Das Photographieren und Hochladen ist natürlich eine Medienkompetenz, die nicht wirklich banal ist. Also: keine filigranen Minigesten, sondern grobhaptische Bewegungen sollten den Vorgang steuern. Selbst sehr grobeschlächtige Hände sollten es schaffen, auf den Bildschirm zu grapschen – das löst die Kamera aus. Kräftiges Schütteln schickt das Bild auf die Reise. Derweil vibriert das Ding – so ist auch eine taktile Rückmeldung eingebaut. Jetzt braucht es noch so eines Wegflieggeräusches. Hm, mal sehen.
Beitrag kommentieren

Freitag, den 23.09.2011 [10:03]
In Leipzig trinkt man Sternburger Bier. Da nun Sternburg ein Ortsteil dieser sächsischen Großstadt ist, hat sich ein gewisse lokale Anhängerschhaft zu dieser Marke herausgebildet. Gerade die Exportvariante hat Kultstatus und wird liebevoll Sterni genannt. Was liegt also näher den berühmten Kronkorken durch die Welt reisen zu lassen und ihn vor schönen Landschaften abzulichten. All diese Lichtbilder versammeln sich in einer schönen Datenbank, die ab heute auch eine iPhone-App speist – was auch sonst. Der besondere Vorteil der iPhonevariante der schon länger bestehenden Webvariante ist die Möglichkeit, gleich vor Ort die Bilder zu schießen und gleich hochzuladen. Wie war das in der guten alten Zeit, in der die Menschen noch achtsam miteinander verkehrten? Da musste man das Bild machen, zum Drogisten bringen, einscannen und mit dem Rechner hochladen – oder so ähnlich.
Jetzt ist es anders schwierig. Man muss eine App installieren – schon das kann scheitern. Wie sagte doch neulich der indianiasche Schamane aus Hamburg: „Die mit ihren Apps leben in einer Traumwelt“. Tucholsky wusste es. „Jeder hat so recht“.

Auf obiger Karte der weltweiten Verbreitung von Sternburger Kronkorken sind fast 1000 Stellen verzeichnet. Im Gegensatz zum Web funktioniert das sowohl stabil als auch performant. Leider dauert das „Hinmalen“ etwas und das System meldet nicht zurück wenn es damit fertig ist. Während dieser Aktion ist eine Bedienung der App unterbrochen. Das ist nicht wirklich schlimm, schon weil es nur wenige Sekunden dauert. Dennoch ist es unschön. Vielleicht ist eine kurze Wartemeldung hilfreich.


Beitrag kommentieren

Donnerstag, den 22.09.2011 [22:59]
Heute also spricht der Vertreter des Vatikanstaates (so die offizielle Lesart) im Bundestag. Das wird sicher live übertragen – ganz bestimmt im ZDF. Ob heute ernsthaft die Diskussion aufpoppt, ob liebe Arbeitgeber es gestatten, wenn begeisterte Fans im Büro sich den Kram anhören?

Egal, wir haben hier in Hamburg andere Probleme. Die wunderbare Aufgabe, zu einer iPhone/Android-App nun auch noch die Webversion zu bauen, hat heute den Tag der Wahrheit offenbart. Obwohl auf Android auch nur der so wie auf dem iPhone das Safari-Internet-Anguckprogramm läuft, verhält es ich doch an entscheidenden Punkten völlig anders.



Da der Safari auf dem Android-Dingern keine Fehlerausgabemöglichkeit besitzt, macht die Suche nach den Haken wenig Spaß. Um was geht es? Nach dem Drehen des Gerätes wird der Event anders weitergegeben, teilweise gehen die Netzzugriffe nicht, was zur Folge hat, dass keine dynamischen Daten angezeigt werden. Es kommt also richtig Freude auf. Übrigens: die Bedienung von dem Galaxy ist nicht wirklich selbsterklärend. Ist was für Leute, die gerne Sodoku spielen oder ansonsten mit Windows-Rechnern umgehen.



Heute in er Agentur. Da siztzen nun Leute, die jeden Tag mit IT arbeiten. Wir gucken uns immer nur an und fragen uns als Profis: „Wie wird der Dialog beendet?“ „Wo kann ich das Netz einstellen?“

Beitrag kommentieren

Dienstag, den 20.09.2011 [20:13]
Nach der Einführung der neuen Ordnung hat die DDR ihr Grenzregime gefestigt. Um Exempel zu statuieren, wurden einzelne Familien Anfang der 50-er Jahre zwangsumgesiedelt. Zum Glück für die Betroffenen für der Eisenbahnwaggon nicht nach Sibirien, sondern nur in das 100 Kilometer entfernte Jena. Die Verwaltung2000 (interner Deckname der Stasi) gab der Aktion auch einen selbstsprechenden Namen: Ungeziefer. und so kamen meine Großeltern mit ihren Kindern in der Adenauer/Ulbrichtzeit in das schöne Jena.

Christa, die damals noch in schulischer Ausbildung stand, schrieb nach der Wende einen autobiografischen Kurzroman, der seit heute auch Bestandteil der iPhoneApp Familientagebuch ist. Nun kann also überall auf der Welt der 113588 Anschläge umfassende Text in U-Bahn, Wartesaal und Flugzeug gelesen werden.

Für iPhone-Entwickler wird es seit heute (oder gestern) noch spannender: der ¬Appcelerator-Marketplace ist am Start. Bis gestern musste man sich im Git mühevoll irgendwelche Plugins zusammensuchen – damit ist nun Schluss. Schon über 50 Erweiterungen bieten sich an. Besonders spannend: das TiStoreKit. Damit können Dinge in einer App verkauft werden. Apple denkt da an Musik, Filme, Apps oder Lesedokumente.

Das mit der Musik klingt schon einmal verführerisch. Der Musiker bietet eine kostenlose SchnupperApp an und verkauft innerhalb dieser die wertvollen Aufnahmen. Leider ist das nicht so ganz einfach. Apple hat einige Hürden aufgestellt. So muss es mindestens 20 Alben geben und auch an den Auslieferungsserver sind hohe Forderungen gestellt. Außerdem braucht das Album eine ISBN oder Wasauchimmernummer. Die Titel müssen in dieser TrackDB sein. Schauen wir mal, was geht – man kann ja auch Apps oder Podcasts verkaufen. Alben landen dann wohl im iPod-Bereich des iPhones und Podcast eben nicht – die kann man dann nur in der speziellen App abspielen.

Nach Installation dieses Shopkits wird im Emulator leider nebige Meldung gezeigt. Das will sagen: der Store klappt nur auf einem echten Gerät. Diese Einschränkung verlangsamt natürlich die Entwicklung, weil jeder Durchlauf zum Gerät einige Minuten dauert. Das ist ein nettes Geduldstraining. Gut, auf dem Gerät geht was. Dort kann ich mich gegenüber dem Store authentifizieren und beispielsweise meinen letzten Kauf dort anzeigen lassen.

Das mit dem Shop funktioniert in etwa so: aus Käufersicht kommt da ein Button, der löst die Abfrage nach der AppleID und Passwort aus. Bei richtiger Eingabe, wird die versprochene Ressource freigegeben. Das ist exakt das gleiche Verfahren wie beim AppKauf im Store. Aus Verkäufersicht ist in die App ein geheimer Schlüssel eingetragen, der mit einem Datensatz bei Apple korrespondiert. Dieser Datensatz enthält dann die Bankverbindung usw. Soweit ist das klar. Nur: nun kommt nebige Meldung. Selbstverständlich läuft das vorerst in einem Sandkasten. Offenbar ist der angelegte Account scharf. OK. Wie aber nun ist das mit dem ¬Sandkasten?

Ist das Flag Sandkasten in der App gesetzt, dann muss der Kaufakt mit einem Testbenutzer vollzogen werden. Dieser Max Mustermann muss man naärlich vorher anlegen. Wenn der was kauft, wird kein Geld bewegt. Verlässt man den Sandkasten, dann muss der Nutzer mit einem echten Konto verbunden sein. Das SharedSecret, mit dem sich die App gegenüber iTunes ausweist, weiß nicht von Sandkastenspielen. Wer mehr wissen will, Apple erklärt es ¬ausführlich.

Kurz gefasst sieht es etwa so aus:


Beitrag kommentieren

Montag, den 19.09.2011 [17:21]
In Lettland siegt zwanzig Jahre nach der Unabhängigkeit von Russland eine putinfreundliche Partei („Harmoniezentrum“). In der deutschen Reichshaupstadt bekommen die Piraten fast neun Prozent und ziehen damit in das Stadtparlament ein und nächste Woche kommt dieser Sektenführer („Papst“) nach Thüringen. Ist schon verrückt.



Das mit den Piraten ist nicht so verrückt wie es den Anschein hat. Hier in Hamburg tvermitteln diese Menschen den Eindruck von Heiseforisten und schimpfen allfällig auf die üblich verdächtigen. Eigentlich sind sie das schiere Gegenteil der Grünen: sie essen und trinken nichts aus dem Reformhaus, sondern mehr die Pizza/Currywurst/Colaecke. Das Personal scheint vorwiegend aus Männern zu bestehen. Die Grünen mit ihrer Technikfeindlichkeit („mein Baby spielt mit Holzstückchen und Kastanien und nicht mit dem iPad“) haben da wohl etwas verpasst.

Beitrag kommentieren