Rainers Horen
Freitag, den 28.10.2011 [17:17]
Heute macht der Herbst ernst – massiver Blattfall ist eingeleitet. Dann werden sich wohl jetzt bald auch die Bläser durch die Straßen arbeiten. Freuen wir uns drauf. Die im und unter dem Laub lebenden Wesen freuen sich da sicherlich nicht drauf und die werden in den nächsten Tagen sicherlich ihr Leben neu ordnen müssen. Auch wir werden in Zukunft das Leben aus einer anderen Blickrichtung wahrnehmen müssen. Theo Waigel sagte zwar vorgestern, dass keine Währungsreform käme, aber auch Ulbricht hielt eine Mauer quer durch Berlin für absurd – die Berliner Bauarbeiter hätten andere Aufgaben. Ein Viertel Jahr später, also heute vor fünfzig Jahren, schloss Adenauer das Abkommen mit der türkischen Regierung wegen dieses Arbeitskräftetransfers. Hat uns also der ziegenbärtige Ulbricht den Döner gebracht.



„Ich pendle nicht!“ – so sagte einmal Schliengensief und dieser Aussage schließ ich mich an. Und dann kam ich heute doch ins Nachdenken. So war heute noch einmal ein schöner Herbsttag. Im Stadtpark wurde sogar gegrillt und andächtig in den See geschaut. Tatort: Parkbank, Tätigkeit: SMS-Löschen. Es hatten sich fast 100 in der Liste angesammelt. Plötzlich stand da noch die letzte SMS: „Gute Nacht und bis morgen. Silke“. Erster Gedanke: wer ist diese Silke und dann viel mir dieser Irrläufer ein. Ganz klar, die Melsung war micht für mich. Da schaue ich hoch und diese Silke läuft gerade mit Töchterchen vorbei.
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Donnerstag, den 27.10.2011 [22:09]
Nun wird es doch wahr: heute abend werden wir den bayrischen Finanzminister mit der schwarzen Augenbrauen und dem „Fidschi“-Rössler gegenübersitzen. Es ist wohl so eine Talkshow mit einem mir nicht bekannten aber ansonsten offenbar sehr gut aus Funk und Fernsehen bekannten Plaudermeister. Thema – was kann es anderes sein – ist eben das, was man nicht mehr hören kann. Selten, dass in unserer Medienbranche ein Thema so beharrlich bedient wird. Falls überhaupt eine Lenkung dahinter ist, dann steckt wohl der Plan dahinter uns einzulullen.



Um acht war Eintrudeln des Publikums angesagt, dann gab es Bier/Sekt und Telebox und irgendwann später durften wir einmarschieren. Die Rampensäue suchten sich gleich die Plätze mit hoher Kamerawahrscheinlichkeit. Ich nicht. Ein Warmup, wie man es im Unterschichtenfernsehen erwarten, fand nicht wirklich statt. Der Kaspar wurde also nicht mehrfach gerufen. Es ging dann eben ganz sutsche los. Die Staatskarossen mit ihren Chauffeuren warteten draußen schon einmal.



¬Inhaltlich passiert nicht wirklich viel. Die aktuellen Politiker spielen ihre Rolle und beschwichtigen die Volksmassen. Einige Überraschungsgäste sind dann die Paradiesvögel und Fallobst. So wie Narren unterstreichen sie Machtansprüche. Wahrheiten müssen immer zur Zeit passen. Neue Ideen dürfen sich nur marginal vom Mainstream entfernen, ansonsten führen sie nur zu Unverständnis/Einlieferung in Anstalten.



Europa am Abgrund – Wie sicher ist unser Geld? – so das Thema. Der Philipp als deutscher Wirtschaftsminister hat da nicht wirklich Erhellendes beizutragen. Überhaupt wirkt er wie ferngesteuert. In einem Körpersprachenlernwochenendseminar wäre er wunderbares Objekt. Auch verbal wurde er nicht verschont: „Herr Minister Rösler, haben Sie das jetzt verstanden, was Herr Müller gesagt hat?“



Wie ist das nun mit dem Geld? Eines ist auffällig: vor dem unheilvollen Krieg da hat es oft ausgereicht, wenn der Mann in der Familie gearbeitet hat. Nun ist auf Arbeit alles einfacher geworden. Es gibt Serienbriefe und Automaten und alels ist wunderschön. Aber: mittlerweile muss eigentlich jeder Erwachsene 40 Stunden ins Geschäft. Hm. Da stimmt etwas nicht. Auf der anderen Seite verschuldet sich der Staat immer mehr und muss dann die Kredite bedienen – in Wahrheit nur die Zinsen. Zu einer Rückzahlung kam es noch nie. Das hat natürlich zur Folge, dass es immer weniger Sozialausgaben gibt und das wir immer mehr arbeiten müssen. Das Geld verschwindet aber (hoffentlich nicht) in einem reinen buchhalterischen Vorgang, sondern das bekommt jemand. Und zwar immer mehr, schneller und dreister. Die Aufgabe der Politik besteht größtenteil in er Verschleierung dieser Tatsache.

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Mittwoch, den 26.10.2011 [13:28]
Es ist vollbracht: die vollkrassk?nstlerische LuminautApp hat jetzt die neue, wesentliche ?bersichtlichere und intuitive zu bedienende Navigationsstruktur.

Aus einer l?ngeren Liste kann die Performance ausgesucht werden und der Film (oder was auch immer) wird in einem rausschiebenden Fenster gestartet. Der Screenshot mag etwas irritierend erscheinen. Im Normalfall ist entweder das volle rechte Fenster zu sehen oder im anderen Falle die Liste der Ereignisse und ein Zipfel des rechten Fensters. Der Anfasser tut das, was er verspricht.

Jedenfalls kann damit gem?chlich gewechselt werden. Sieht dann an Ende des Tages (wenn der Drops gelutscht ist) einfach aus. Ist aber ein wohlfeiles Zusammenspiel der verschiedenen Events wie touchstart, touchmove und swipe.
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Dienstag, den 25.10.2011 [19:04]
Gestern war das Thema das schaffende und das raffende Kapital auf der Platte. Dieses Begriffspaar nutzte der oesterreichische Gefreite. Das gute Kapital (schafft Arbeit und echte, anfasssbare Produkte) war eben deutsch und das andere Kapital (Raffkes) war j?disch. So direkt hei?t das heute nicht. Heute gibt es zwei andere Begriffe: Investmentbank und Gesch?ftsbank ? die Stimmung ist ?hnlich. Apropos: in Wikipedia wird Raffke als Berlinisches Ideom erkl?rt. Also selbst mein doch recht d?rren Hebr?ischkenntnisse lassen das Wort רב [rav]?= viel erkennen. Das passt doch!

Zur?ck zum schaffen: anderes Thema sind neue Gestaltungsideen auf dem Telefon. Das b?se Fratzenbuch (M. Zuckerberg / da haben wir es wieder ?) macht es vor. Klick auf nebiges Bild zeigt das Prinzip. Unten ist eine Listen?bersicht und dr?ber der angek?ndigte Inhalt. Sehr kompakt, sehr schick!


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Montag, den 24.10.2011 [17:11]
Jeder wei? von dem Vorgang des naturgem??en Hochsteigens von Luftblasen in der Badewanne. Auch in der gr??eren Welt steigt Geld immer nach oben. Das ist gewisserma?en ein Webfehler unserer Welt ? denken zumindest die Spender: also die meisten Menschen. Seit einigen Wochen wissen wir auch, dass es 99% sind. Warum das so ist? Macht verschafft mehr Macht. Regelungstechniker w?rden vom ?berschreiten des Phasenrandes sprechen. Es gibt Prozesse, in denen sind die beschreibenden Differentialgleichungssysteme so gestrickt, dass es gegenl?ufige Prozesse gibt: ein Baum kann nicht ins Unendliche wachsen, weil der Saugdruck f?r die Versorgung der Bl?tter ab einer gewissen Wuchsh?he nicht mehr aufgewandert werden kann. So stellen sich volkst?mlich gesprochen Gleichgewichte ein. Jeder Prozess steht mit anderen Prozessen in Zusammenhang. Diese Abh?ngkeit kann linear, integral und/oder differentiell sein. Die F?llmenge und damit auch der Wasserdruck am Boden h?ngt von der Menge des eingeflossenen Wassers ab ? ist also proportional dem Integral des Wasserflusses. Eine Fliehkraft auf dem Kinderkarussell ist proportional der ?nderung des Standortes (Geschwindigkeit), also dem Differential.

Im menschlichen Zusammenleben fehlt allf?llig der systemische Gegenspieler. Wenn jemand Geld und damit Macht anh?uft, dann gibt es kaum eine Bremse, dass der Prozess so weiter l?uft. Ganz im Gegenteil: mehr Geld macht neues Geld billiger. Andere Menschen beginnen zu Speichellecken. Einfach sie sich davon etwas versprechen. An der Macht teilzuhaben ist effizienter als Opfer der Macht zu sein. Die Bremse: Geldgef?lle erzeugt (kriminelle Begehrlicheiten). Das l?sst sich budgetarm mit Z?unen und/oder Wachen l?sen.

Das Erschreckende: mittlerweile gibt es Spekulanten (weiland = raffendes Kapital), die verf?gen beispielsweise ?ber 10 Milliarden Einheiten. Das entspricht grob gesagt ?ber (10000000000 Einheiten/ 50000 Einheiten_pro_Jahr/ 40 Arbeitsjahre) das Lebenseinkommen von f?nfzig gut bezahlten kleinen Angestellten. Der gerade in aller Mund seiende Hebel von 1 Billion ? entspricht also 5000 Menschenarbeitsleben.

Und das Sch?ne in diesen bewegten Zeiten: Kinder lernen mit gro?en Zahlen umzugehen ? eine seltene Gelegenheit, die nicht jeder Generation geboten wird.

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