Rainers Horen
Sonnabend, den 14.01.2012 [13:25]
Ein Blick aus dem Kontorfenster lässt die Gedanken abschweifen. Da sitzen Menschen vor diesen Bildschirmen, tippen auf die Tastatur und zuweilen greifen sie zu Hörer. Es mag sein, dass auch einige Werktätige tatsächlich „arbeiten“ (an der Kasse sitzen oder Mülleimer über die Straße rollern) – aber die allermeisten verdienen damit ihre Wohnung, ihren Urlaub und überhaupt.

Es mutet seltsam an: das Beraten, Gestalten und seelische Heilen soll nun wirklich Wertschöpfung sein? Im Kopf ist immer noch der gramgebeugte Bauer, der seinen Pflug lenkt oder der Maurer, der eine lange Wand hochzieht. Die Zeiten sind vorbei – obwohl doch die Dinge, die der Mensch so braucht real bleiben und dennoch bezahlt er überwiegend mit der Verschönerung virtueller Welten. Und dann ist es schließlich auch egal, ob man zum Versand von Massenpost eine Serienbrieffunktion verwendet oder jeden Brief einzeln nacheditiert und ausdruckt.
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