Rainers Horen
Sonnabend, den 18.08.2012 [12:50]
Am Wochenende ist Wohlwillstraßenfest und natürlich auch Flohmarkt. Die Geschäfte werden von der Hängematte aus geführt. Es ist schon erstaunlich, was man rein durch zielführendes Marketing für Preise erzielen kann. Die Kunden zahlen letzlich jeden Preis. Tom Saywer hat es uns allen vorgemacht



Seit gestern ist die Digitalwelt wieder einmal aufgescheucht. Nicht etwa weil drei feministische Punkerinnen zu jeweils 24 Monaten Lagerhaft verurteilt worden, sondern weil ein Rechtsanwalt die Meldung verbreitet hat, dass nun eine Abwahnwelle wegen fehlendem Impressum auf Facebook-Fanseiten. Nicht nur das, auch SmartphoneApps müssen einen Hinweis auf den Urheber enthalten. Letzteres ist durchaus auch angreifbar. Gehört doch zu jeder App auch eine Seite im Store/Marketplace, wo eh alles steht. Es könnte durchaus der Verdacht aufkommen, dass es nichtum die Bekämpfung von Ehrabschneidungen und Subordinationen geht, sondern um eine neue Methode, um notleitenden Rechtsanwälten einen kleinen Nebenverdienst zu schaffen. Das mit dem facebook bekommt eine Agentur bestimmt hin. In dem Metafeld gibt es ein Eingabefeld Information. Dort ist es sicher leicht einen Link zu einer Impressums-Seite unterzubringen.



Wie ist es aber mit den unzähligen iPhoneApps? Viele Vorstände haben ihren entsprechenden Abteilungen die Weisung ausgegeben: auch wir eine App!. Und tatsächlich ist im Rahmen dieser Aufholjagd etwas entstanden.



Jetzt kommt diese Welle. Die Apps sind bei Kunden installiert, es muss also dringendst ein Update her. Selbst wenn solch eine Agentur eine Änderung in Tagesfrist schafft (das grenzt an ein Wunder), bleibtimmer noch die Zeit bis zur Freigabe. In der Zeit herrscht natürlich Rechtsunsicherheit. Als erste Notlösung könnte man die App im Store sperren. Dann können die Anwälte (oder besser ihre Helfershelfer), die ja bisher noch nicht alle deutschen Apps auf ihrem Smartphone haben, leider nichts zur Gerechtigkeit beitragen.



Der Flohmarkt geht seinen Gang. Kleiner Erfolg: einem Türken ein Handy verkauft und sich nicht im Preis drücken lassen. Das war wirklich ein hartes Wortgefecht! „Schon das Netzteil kostet 7€“, „das ist wunderbar klein, das beult die Tasche nicht so aus wie ein iPhone“ und „in der Telefonliste sind die heißesten Bräute der Stadt“. Das hat ihn wohl überzeugt.



Es ist mittlerweile halb zehn und die Mucke auf der Straße ist dank moderener Verstärkertechnik so laut, dass man sich in der Wohnung anschreien muss.

So gegen halb 11 war dann Schluß mit der Wummerei.




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Freitag, den 17.08.2012 [20:43]
Das Netzwerken nimmt diese Woche kein Ende: am Montag DRUPAL-Treffen im Werkheim, am Dienstag bei Jimdo die PHPUGHH mit dem köstlichen Catering und den Beiträgen zu Sicherheitsphilosophiefragen und dem Projektmanagment und gestern nun bei parship.de das Treffen zum Thema Webperformance.

Das war insbesondere spannend und erkenntnisstiftend, weil das Lieblingsthema WebApp-Optimierung auf der Agenda stand. Parship hat selbstverständlich iPhone- und AndroidApps, braucht aber auch eine WebApp. Das ist nun mal so. Zum einen gibt es auch das BlackBerry und zunehmend auch das Billyphone – das Gerät aus dem Hause Microsoft. Das ist aber nicht nur eine Gerätefrage, sondern auch der Anwendungsfall spielt rein. Mit einer WebApp bietet man ein niedrigschwelliges Angebot, das ganz einfach aufgerufen werden kann. Es bedarf keiner AppInstallation und lässt sich auch per QR transferieren.

Webseiten auf diesen kleinen Geräten zu nutzen, das ist natürlich heikel. Auffällig ist der kleine Schirm. Aber auch die schwachbrüstige Zentralverarbeitungseinheit (DDR-deutsch für CPU) bremst aus. Wenn es nun doch sein soll, dann ist aus dem Dreieck „schnell zu coden“, „Coderqualifikation“ und „Laufzeitperformance“ eine kluge Entscheidung zu treffen. Nehmen wir einmal das Teufelswerkzeug jQueryMobil. Zielgruppe ist eindeutig schnell mal billig machen. Auch wenn mit dem System überraschend schnell etwas Vorzeigbares entsteht, ist es für den Enterprise-Einsatz ungeeignet. Der technische Hintergrund: in diesem System legt der Umsetzer eine spezielle Webseite an, die dann vom Framework modifiziert wird. Diese DOM-Manipulationen sind teuer und generieren Code mit sehr viel Knoten.

Florian von Parship hat mit voll aus der Seele gresprochen: das Ergebnis ist unbrauchbar und er sprach auch genau die Probleme an, die ich auch schon schmerzlich erfahren musste: die fixpositionierte Naviagtionsleiste funuz nicht wirklich, Scrollliste klemmen und eine gesicherte Reaktion auf Gerätedrehbewegungen ist nicht möglich.

Der Antisommer hat uns wieder. Und schlimmer: es gibt Vorahnungen.



Netzwerktreffen sind nicht nur erkenntnisstiftend, sättigend und kontaktend – es gibt auch öfters etwas zu gewinnen. Gestern war Fortuna hold und es gab gleich zwei Bücher: einmal ein Buch über das BillyPhone und dann noch das auf dem Leib geschneiderte Javascriptbuch für Enterpriseentwickler von Oliver. Letzteres ist ein echter Knaller. Olivers Buch deckt in Etwa die Themen wie das Javascript-Pattern-Buch von Stoyan Stefanov ab, ist aber wesentlich verständlicher und strukturierter. Es mag wohl daran liegen, dass Oliver nicht übersetzt wurde und/oder weil Deutschen eine gewisse Strukturdenke nachgesagt wird. Es ist schon teilweise schwierig zu verstehen, wenn es um Scopes, Closures, Objects und Constructors geht. Die Beispiele sind so gut gesetzt und erklärt, dass selbst Generation 50+ das versteht.
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Donnerstag, den 16.08.2012 [17:28]
SAP war immer schon ein großes Thema. Wem momentan nicht ganz gegenwärtig ist, was das ist: SAP ist weltweit der Marktführer für Software zur Abbildung aller möglichen Prozesse in einem Unternehmen. Es geht um Materialflüsse, Personal, Buchhaltung usw. – also ein wirklich weites Feld und es geht um Geld. Im Moment hat SAP (Eigenaussage auf Meeting in Walldorf) ca. 5 iPhoneApps, beispielsweise zur Reisekostenabrechnung. Da ist ¬Großes geplant und dann kommt wieder das Wort händeringend ins Spiel. Da Sybase die Grundlage ist, nennt sich das Projekt „Sybase Unwired Platform“ (SUP). Vorerst ist die Kiste auf BlackBerry ausgerichtet, aber wie man sich denken kann, gibt es eine neue Marschrichtung. Die Kommunikation zwischen dem Handschmeichler und SAP läuft über ¬OData. Das ist ein Webprotokoll, das aus Redmont kommt und letztlich eine Microsoftausprägung von allgemein bekannten Webprotokollen darstellt.



Der bekannte Softwaredienstleister aus Walldorf kommt zeitgeistig daher und setzt voll auf Freelancer. Es gibt ein Programm, in dem man die nötige Software kostenlos runterladen kann. „Spielen“ kann der auf große Aufträge hoffende Umsetzer in einer SAP-Sandbox die auf der AmazonCloud läuft. Er muss also nur dort nach Stunden bezahlen. Also Gesellen – frisch ans Werk!



Übrigens dieses Projekt (zu Goethes Zeiten war das noch ein Schimpfwort) – taugt das als Key-Visual? Kommt drauf an. Könnte als Sinnbild für zu verbesserndes Krisenmanagment herhalten. Oder noch besser als Beispiel für gelungene Kommunikation. Da waren der Sage nach zwei Architekten, die sahen die ungenutzte Landspitze und skizzierten eine Vision. Die Leute von der Stadt (die fremdes Geld verwalten) fanden das gut und fragten, was das kostet. 65 Mio. EUR! Dann machen wir das.
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Mittwoch, den 15.08.2012 [11:49]
Mir ist gestern unterstellt worden ich würde die BILD „lesen“. Nun möchte ich nicht in die Rechtfertigung gehen, aber vorgestern blieb die einfach so provokativ in einem Café liegen. Offenbar hat sich jemand mokiert wie ich so im Internet rumdaddle (arbeite) und hat die Seite ganz gezielt liegen gelassen. Und da die Buchstaben recht groß sind …



Aber noch einmal zum Thema zurückkehrend: Internet macht im Gegensatz zu BILD schlau. Das Gehirn wird für kreatives Denken frei und wird nicht wie früher mit Faktenwissen belastet. Und überhaupt kommt man jetzt mit der Datenautobahn so spielend leicht an Wissen ran und es ist mundgerecht aufbereitet. Jeder kann sich sein Lerntempo persönlich einstellen und ist nicht mehr der Bildungsgießkanne ausgeliefert. Navigeräte würden auch dumm machen. So ein Quatsch! Mit diesen Wunderdingern können wir uns jetzt voll auf den Genuss der Landschaft konzentrieren, außerdem senkt es das Streitpotential – besonders wenn Mann und Frau gemeinsam unterwegs sind. Haben nicht auch schon die Rechenschieber das Rechnen verlernen lassen?



Gestern war es im Analogbereich wieder derbe nice: der Elbstrand war voll, trotz Internet. ;-))

Und abends erst! Da gab es bei Jimdo in der Strese375 (tolle Partylocation!) einen durchaus sinnstiftenden Vortrag über Projektmanagment. Der leidige Thema wurde einfach über das Gleichnis Fußballspiel abgehandelt. Das Ziel ist klar: man will Weltmeister werden. Wie wird das erreicht? Mann muss man fast jedes Spiel gewinnen. Wie ist das zu erreichen? Es müssen mehr Bälle ins gegnerische Tor. Sicher ist es zu Spielbeginn möglich, dass man sich Strategien überlegt. Nach dem Anstoß rennt man mit dem Ball ins Tor. Nur leider sieht das der Torwart und läuft entgegen. Dem könnte man ausweichen. Aber was noch schlimmer ist: eventuell hat die andere Mannschaft Anstoß. Dann klappt der feine Plan nicht. Selbst in der 89. Minute (wenn es schon 1:0 steht), kann sich das Blatt noch wenden, einfach weil der Gegner in der Nachspielzeit ein Tor schießt. Das Spiel wird nicht nur von den 22 Spielern bestimmt, da gibts noch Schiries oder rabiate Zuschauer. Alles in allem: es bleibt spannend und ist nicht planbar. Parallelen sind beabsichtigt.
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Dienstag, den 14.08.2012 [13:23]
Gestern hat BILD wieder einmal die Finger in die Wunden dieser Zeit gelegt: Internet macht dumm. Und dabei dachte ich immer BILD macht dumm. Prima Ablenkung! Und überhaupt – das Internet macht mitnichten dumm. Wer das behauptet, der hat wirklich einen Tunnelblick.
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Montag, den 13.08.2012 [16:52]
Nach einem wunderbaren Abend am Hafen und einer Tatortwiederholung (Sommer!) hat heute die Jounalistengarde wenig Not. Wenn mal nichts passiert, dann muss die Numerologie herhalten, dann gibts ein Jubiläum.



Heute vor 51 Jahren haben die Befreier der Arbeiter aus Knechtschaft und Ausbeutung einen Zaun ums Paradies gezogen. Nach einiger Zeit haben die Insassen Apfel der Erkenntnis gegessen und schon wurden sie vertrieben.

Das mit der ????????? oder Liquicity – wie es neudeutsch bei den Piraten heißt – ist immer ein zweischneidiges Schwert. Nehmen wir mal eine Konferenz oder ein Summercamp an. Da gab es früher einen Programmplan und man musste einzahlen. Heute wird mixxtmäßig ein Werkzeug angeboten, mit dem man schon mal sehen kann, wer sonst noch kommt, was der für Tags (Lieblingsthemen) hat und kann sogar im Vorfelde Kontakt aufnehmen. Auf der einen Seite kann das tödlich für den Veranstalter sein, auf der anderen Seite ist es eben mittlerweile Standard und solche altbackenen (= old fashioned) Dinger sollten mit Ignoranz bestraft werden.

Wenn wir gerade im Fashion- und Beautybereich stöbern: tatsächlich und wie zu erwarten haben die führend Fashioncompanies auch iPad-Apps – Geld ist ja wohl vorhanden. Wie zu vermuten sind die Apps relativ öde. Das mag nun am mangelnden Bezug zum Thema sich verschönern liegen. Trotzdem – einfach nur mal so mit unemotionalem Auge betrachtet sind alle getesteten Apps einfach nur Abklatsche der entsprechenden Webseite. Entweder ist die App lediglich ein Phonegapcompilat der Webseite oder mit phantasielosen Mitteln ist der Webinhalt nativ nachgebaut worden. Die speziellen Möglichkeiten des iPads sind überhaupt nicht aufgenutzt. So gibt es keine schicken, inhaltsunterstützenden Animationen oder gar Nutzerinteraktionen. Wäre doch schick, wenn der/die Modebegeisterte die Modeanregungen etwas bewerten könnte oder was auch immer. Spitz gesagt, entsteht der Eindruck als sei hier etwas konzeptlos irgendwas in Auftrag gegeben worden.
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