Rainers Horen
Montag, den 19.11.2012 [20:27]
Montag im klammen Hamburg. Es gibt wahrlich Schöneres. Was auffällt: unsere großartige Regierung wirbt wiederholend für die berufliche Selbstständigkeit. Vor Jahren hieß das noch ICH-AG und gerade in den letzten Tagen werden junge Frauen mit Megaplakaten dazu animiert, sich als Creative- oder IT-Mieze eigenen Ideen nachzugehen. Dagegen ist sicherlich nichts einzuwenden, entspannt es doch vordergründig den Arbeitsmarkt und im Spannungsfeld zwischen Freiheit und Sicherheit gibt es durchaus Argumente für den Verzicht auf spießige Sicherheit.

Und jetzt muss ich mal eine Lanze für diese Schar von Freiberuflern brechen. Sind das die Leute, die gerufen werden, wenn es klemmt. Die müssen immer auf dem neuesten Stand sein und sollen Scharten auswetzen, die durch mangelnde Berufserfahrung und Qualifikation nicht gelöst werden können.

Und nun kommt's: bei der Einstufung von Behördenangestellten zählen nur Jahre, die man als Angestellter verbracht hat. Die Zeit, in der der Freelancer beständig gelernt hat und sich auf täglich wechselnde Anforderungen einstellen musste, die zählt nicht.

Was auch auffällt: die Dokumente, die von der Behörde zur Beurteilung der Leistungsfähigkeit angefordert werden, dürfen unübersetzt in Deutsch oder Englisch eingereicht werden. Ist das die schleichende Einführung von Englisch als Amtssprache?

Hier bei Sinner&Schrader ist gerade Javascripttreffen. Da sind ungefähr 99 Deutsche und ein Ausländer da. Und: wir ahnen es schon – alle Vorträge sind in der Sprache der ehemaligen Besatzungsmacht abgehalten. lustig, wie sich die Referenten abstrampeln.
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