Rainers Horen
Sonnabend, den 12.01.2013 [21:25]
Der menschliche Geist ist wirklich und wahrhaftig zu Großem fähig. Ständig baut er neue gedankliche Austülpungen – hat der Heinz von Foerster mit seiner Radikalen Konstruktivismus doch recht? Beispielsweise die sogennante, der Esoterik nahestehende, Suchmaschinenoptimierung. Bis auf Herrn Googleselber weiß wohl niemand, wie nun das Ranking berechnet wird. Und ständig tauchen neue, recht plausible Vermutungen (=Tatsachen) auf, was nun alles in die Berechnung eingeht. Neuerdings ist das auch die Rechtschreibung, die Serverantwortzeiten und das Verhältnis der IP-Nummer zur Sprache. Bisher unumstößlich galt das Wissen, dass das Wort zumindest auf der Webseite vorkommt. Folgt man aber ¬diesem Link dann wird man feststellen, dass es immerhin fast 20000 Vorkommen im Netz gibt – aber was noch schockierender ist: schon auf der ersten Seite taucht ein Link zum ¬Café Absurd auf. Selbstverständlich taucht dort mein Name nicht auf. Es gibt also immer wieder Rätsel. Woher weiß der Werbekonzern, wo ich öfters mal einen Schoppen Wein trinke?

Dieses Internet, damals bei seinem Start noch Spielweise für Technofreaks, hat später das kreative Volk vor neue Herausforderungen gestellt. Auch nicht schlecht. Mittlerweile haben notleidende Anwälte das Feld für sich entdeckt. Nachdem nun Filme und Musik nicht mehr so richtig ertragreich sind, war wieder einmal Not angesagt. Macht Not nicht erfinderisch? 2013 soll nach Aussage eines Advokaten im Webfachmagazin t3n das Jahr der Jagd auf Blogs sein. Warum? Blogger vermeintlich ahnungslos weil besessen und – das Allerbeste – die Ehrabschneidungen sind dann nachweislich (Datumsstempel) schon viele Jahre anhaltend. Das lohnt!!

Allerdings sind Blogger auch pfiffig und haben eine gewisse Medienkompetenz und schalten geschwind den Zugriff auf das Bilderverzeichnis via robots.txt ab – oder nutzen (wie hier) nur eigene Bilder.

Aber das Spiel geht weiter. Mittlerweile wird viel gelaikt. Das meint nicht nur den blauen LIKE-Knopf. Nein: beim zufälligen Stöbern im Netz finde ich eine sinnstiftende Info auf einer Webseite oder irgend etwas anderes, von dem ich der Welt kundtun möchte. Dann kopiere ich die Webadresse aus diesem Fenster oder Tab nach XING, Facebook und anderen sozialen Diensten. Dann können meine „Freunde“ oder was auch immer immer davon erfahren. Mittlerweile wird auf dieser neuen Seite nicht nur der klickbare Link dargestellt, sondern die Netzwerkseite holt von der zu bewerbenden Seite einige Miniinfos und stellt sie dar. Das ist hübsch, weil dann gibt es gleich einen Minitext und ein Minibildchen. Sollten nicht spätestens jetzt die Glocken läuten?

Bilder – das mittlerweile auch so ein Minenfeld wie Noten, Kartenmaterial und DIN-Vorschriften. Szenario: ein ahnungsloser Portalbetreiber dekoriert seine stolze Webseite mit einem Foto, das er ganz legal erworben hat. Er/sie fühlt sich mit beiden Beinen fest auf dem Boden des freiheitlich-demokratischen Rechtsstaates verwurzelt und geht abends ruhig ins Bett. Das ist ein schwerer Fehler. Weil: durch das laiken eines Dritten wird das Aufmacherbild kopiert. Das wird durch den Lizenzvertrag nicht abgedeckt. Das gekaufte Bild taucht jetzt (stark verkleinert, eigentlich nicht deutbar) auf einer dritten Seite auf, beispielsweise auf einem Portal, das mit SocialEngine gebaut ist, oder eben auf XING, Pinterest oder Facebook. Oje!!! Klar: schuldig ist nicht der Zitierer, sondern (wir ahnen es schon) der Portalbetreiber. Rat von Anwälten: das Geld schon mal einplanen. Ein Schalk, der Böses dabei denkt.

Irgendwie erinnert es an das Kopfgeld, das Christen in muslimischen Ländern zahlen sollen (weil es im Koran steht). Zumindest ¬berichtet der Deutschlandfunk von diesen Praktiken. Stellen wir uns mal die Umkehrung vor: wir verlangen von den Muslimen in Deutschland monatlich 190 €, damir wir sie trotz ihrer „Ungläubigkeit“ dulden. Ich weiß: Vergleiche hinken. Wir sind ja die Guten, wir wollen jetzt ernsthaft in alten Kinderbüchern die Worte Neger und Zigeuner bei Neuauflagen durch politisch korrekte Worte ersetzen. Auch eine ¬im Staatsfunk.
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Donnerstag, den 10.01.2013 [15:38]
Das Projekt für die Kochgemeinschaft nimmt Gestalt an. Was nun keiner sieht: die ¬Ankopplung an das Drupal-Backend arbeitet tüchtig. Nun artet es zu einer Fleißaufgabe aus – nämlich die Daten schön abholen und rausrendern. Bisher gibt es augenscheinlich eine Liste aller anstehenden Kochvergnügungen und dann noch erwartungsgemäß eine „Homepage“ des Abends auf der auch im unteren Bereich die geplanten Gerichte und die passenden Köche aufgeführt sind. Klick auf das Kochbild zeigt dann alles vom Koch – das ist allerdings noch nicht ausformuliert ;-)

Nun ist das mit der mobilen Anbindung an vorhandene (Web-)Systeme wie TYPO3, Drupal, SAP oder RedDot sicherlich eine lohnenswerte Aufgabe, wenngleich die Zeit auch dort voranschreitet. Das Stichwort lautet: noSQL. Wie sieht die klassische Welt aus? Schon sehr lange werden Daten in sogenannten SQL-Datenbanken abgelegt. Solche Datenbanken bestehen aus zweidimensionalen Tabellen, bei denen die Spalten die Felder und die Zeilen die Datensätze darstellen. Nun lassen sich nicht alle Probleme der Welt zweidimensional abbilden. So braucht man eben mehrere Tabellen, die mit Schlüsseln miteinander verbunden sind. Fragt man dann über mehrere Tabellen ab, dann kommen Joins ins Spiel. Da nun die meisten Datenbanken internetfähig sind, könnte man beispielsweise den Webbrowser oder das Smartphone direkt mit ihr reden lassen. Das wird aber so nicht realisiert, sondern auf dem Server, auf dem die Datenbank läuft, ist eben auch ein Webserver und er nimmt solche Anfragen entgegen, prft auf Sicherheitsproblem, filtert vor und stellt dann die eigentliche SQL-Abfrage – nun gegen den eigene Rechner oder einem Nachbarn. Das klingt aufwändig und ist es auch.
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Dienstag, den 08.01.2013 [09:30]
Suche Programmierer für Internetportal – so beginnt eine Erfolgsgeschichte im Internet. Natürlich braucht es auch eine konkrete Aufgabenstellung, gewissermaßen ein Pflichtenheft. Und so geht der Rundruf weiter: „Richtig professionell aufzieht bzw. Sie so gestaltet, dass Sie benutzerfreundlich ist und gut durch einen Laien wie mich zu pflegen ist. Sie soll Restaurants bewerten und Tips für Unternehmungen liefern. Wer kann helfen und bitte Preis nennen?“

Es gibt im Büro so Phasen, in denen Kurzweil gefragt ist. Außerdem sind Portale immer eine spannende Angelegenheit (Facebook hat auch klein angefangen …) und so kommt nach einer kurzen Rückfrage zurück: „Also auf dem Portal werden alle Daten von mir und meinem Team selbst eingegeben. Die Seite soll ein Bewertungsportal und Ideengeber für Unternehmungslustige werden. Facebook soll eingebunden werden und um selbst zu bewerten muss man sich anmelden. … Kriegen Sie So etwas richtig schön benutzerfreundlich hin ? Ist ja nicht die Welt. Was kostet es bei Ihnen?“

Der zukünftige Betreiber dieses Portals hat schon einmal die wichtigsten Eckpunkte erkannt. Es soll benutzerfreundlich daherkommen und nicht die Welt kosten.

Und es ist Zeitverschwendung!

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