Rainers Horen
Freitag, den 08.03.2013 [14:20]
Fundstück aus einer Stellenbörse: „ Für meinen Kunden suche ich derzeit einen Java Phonegap App Entwickler, der Funktionalitäten in ein bestehendes App Gerüst einbaut. Das Gerüst wurde mit Phonegap erstellt, einem Baukasten, der auf JAVA aufbaut. Eine native Programmierung hierfür ist nicht notwendig, da es ein Programm gibt, dass die App automatisch auf verschiedene Plattformen umrechnet.

Selten so gestaunt und gelacht. Offenbar hat der Auftraggeber das Gesucht nicht schriftlich eingereicht, sondern das Fräulein der Jobvermittlung angerufen und alles erzählt, was er selber aufgeschnappt hat. Die Praktikantin hat dann das verschriftlicht, was sie wiederum „verstanden“ hat. So entsteht dieses verwirrende Kauderwelsch. Immerhin scheitern 20% aller IT-Projekte dann doch nicht.



Auch heute früh gab es etwas zu staunen. Nämlich im ¬Radio. Eine Autorin hat ihr neues Buch vorgestellt. Schon ihr Namen Zeynelabidin lässt aufhorchen. Richtig. Es gibt Wurzeln. Die Dame ist in Istanbul geboren, als Kind nach Deutschland gekommen und hier 25 Jahre zwangsverheirat gewesen. Nun hat sie also ein (Bilanz-)Buch vorgelegt, wo sie unter anderem beschreibt, wie sie das Kopftuch abgelegt hat. Sie brauchte dazu über ein Jahr, weil sie dazu Zwischenstufen brauchte. Sie wollte kein Kopftuch mehr, aber dennoch Verhüllungsregeln befolgen. Bis hier klingt das alles noch verständlich. Irgendwann wollte nun die Moderatorin etwas über die Motivation des Kopftuchtragens erfahren und bohrte ein wenig. Nun, ihr Vater hat sie nicht dazu gezwungen, es sei einfach nur normal gewesen. Jetzt bricht es heraus: „In einer alten Zeit schaute ein Mann zu weiblichen Reizen, war abgelenkt, rannte gegen einen Laternenpfahl und brach sich seine Nase. Das ist in alten Büchern bezeugt. Und deswegen muss der Mann an sich geschützt werden.“

Die Moderatorin im öffentlich-rechtlichen Deutschlandradio verstummte deutlich. Es war kein Scherz. Die Dame, die seit 40 Jahren unter uns lebt, hält das für wahrhaftig. Das staunen hört nicht auf.

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