Rainers Horen
Sonnabend, den 13.04.2013 [13:54]
Das Educamp hat begonnen. Gerade läuft die Sessionplanung. Erwartungsgemäß sind hier nicht Nerds sondern Pauker versammelt.



Das ist schon im Kartoffelsuppenzelt erkennbar: die Suppe ohne Würstchen hat deutlich mehr Zuspruch.



Gerade ist eine Session, wo wir mal so einen ¬Kinderchat austesten – mal sehen wie schlecht die Welt ist. Sie scheint schlecht zu sein. Nach Anmeldung als Julia (14 Jahre) bei Knuddels kommt es sofort zur Anbaggerei, die in einer Einladung zum Poolbesuch führt.



Es ist die Frage, ob das überhaupt nicht relevant ist. Es wird wohl in den allerwenigsten Fällen zum Abschluss kommen, vermutlich Brainfuck. Der Typ gibt Tipps, wie es die Julia Ihren Eltern beibringt: „Sag, Du pennst bei ner Freundin“.

„Ich bin nicht 14, wir sind 14 und machen eine Studie.“ – das wäre jetzt der Abschlussspruch.

Die Frage ist nun, was das soll und wie man sich als Eltern verhält. Selbst nach wochenlanger Aufklärung wird dann doch in Facebook ein Unbekannter geaddet.

Was kann man machen? Ein Gedanke wäre so eine LiveDemo im Unterricht. Ist sicher hochwirksam, aber schon kommt das Geschrei: Sie als Lehrer führen das noch ein. Es macht sich eine Ohnmacht breit. Wer ist schuld oder verantwortlich – Schule oder Elternhaus. Naja, früher gab es als dritten Bestandteils des Pionierhalstuches eben neben Schule und Elternhaus die Pionierorganisation.

Internetporno => Wichsen => gestörtes Sexualverhalten, kommen nicht mehr in einer Frau. Auch so ein Problemm was offenbar von Wissenschaftsjounalisten gepuscht wurde.
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Donnerstag, den 11.04.2013 [09:46]
Ist das nun schon Sexismus (#Aufschrei) oder nicht? Gefunden ist diese Skizze zur Beschreibung eines typischen CreativeTieams in einem Whitepaper zu neuen Strategien in der mobilen Entwicklung. Eigentlich wollte ich es unkommentiert so stehenlassen – aber ist das nicht schon wieder diese frühkindliche Prägung, die wir alle verabscheuen? Die rosarote Dame beschäftigt sich mit bunten Farben, hat diese „weibliche“ Haartracht. Der Herr macht in Zahnrädern und hat traktoristenähnlich Kopfhörer auf.
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Mittwoch, den 10.04.2013
Gestern war wieder einer der genialen Abende im beta-Haus. Eingeladen hat die PHPUGHH, das ist ein lockerer Zusammenschluss von Webentwicklern, die mit der Programmiersprache PHP arbeiten. Also die Judith ist für eine gewisse Professionalität und Schmissigkeit bekannt. Das hat sie gestern Abend wieder bewiesen. Im Gedächtnis ist geblieben: Manager können nicht motivieren. Sie können demotivieren und dazu braucht es nur einen halben Satz.



Diese Geschichten mit der strengen Unproportionalität des Zeitpunktes der Fehlerbeseitigung in einem Prozess zu den Kosten ist jedem sofort klar und einsichtig – dennoch wird es in der Praxis kaum beachtet. Als ich am Anfang der Neunziger mit BOSCH Kontakt hatte, wurde genau das auch schon gepredigt, dass nämlich Fehlerbeseitigungen immer teurer werden. Am teuersten ist dann die Produktrückholaktion, die dann zusätzlich noch das Rufbild schädigt. Es ist das Phänomen der Prokrastination – in der eigentliche Bedeutung beschreibt es Verhalten im persönlichen Umfeld. Jeder Schüler, der einen Aufsatz bis zum 1. Mai schreiben muss, kennt diese Selbstverschlimmerung eigener Erfahrung.

Ein hervorragender Kontrast zu Judiths Session war der sehr energiegeladene Vortrag von Ole. Sein Thema war der schlechte Ruf von PHP. Das ist diese Programmiersprache, mit der die meisten Webseiten gebaut sind. Ole kann man nur bestätigen: wenn man in einem Gespräch erwähnt PHP-Coder zu sein, dann wird oftmals fest durchgeatmet oder anderweitig das Missfallen nonverbal gezeigt. Nun ist dieses PHP historisch gewachsen und durchaus auch krude. Der schlechte Ruf kommt aber anscheinend nicht aus solchen technischen Erwägungen zu Stande, sondern ist wohl der Sache der Niedrigschwelligkeit geschuldet. PHP geht eben immer. Auf jedem, auch noch so billigen Webspace ist dieses Zeug installiert. Für Java oder Ruby braucht es schon einige Klimmzüge.


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Montag, den 08.04.2013 [08:27]
Die Hannovermesse ist nun Geschichte – für mich zumindest. Was bleibt ist die Erinnerung an die den Tages-WLAN-Preis von 80 €, die Standparty in Halle 2 und die Demonstrationen gegen Putin und sein Reich. Putin wird sich ein Ei drauf braten, aber die Presse hat ihr Thema und die jungen maskierten Damen bekommen Aufmerksamkeit. Nur gut, dass es immer etwas lautstark anzuprangern gibt.



Wenn nun der Pranger eröffnet ist, es gibt schon nervige Dinge. Zur weltgrößten Industriemesse gab es natürlich auch eine App. Wahrscheinlich ist der katalog abgebildet. Dass man in der App nicht gleich evernote-like die sich merken kann, soll nicht das Thema sein. Nein, soweit kommt der Nutzer nicht. Ganz einfach – in Standardfall lässt sie sich schlichtweg nicht installieren, weil sie größer als 50 Mega ist und der Appstore dann eine Installation übers Netz nicht zulässt. INA-Schaeffler hat es vorgemacht wie es geht. Im Installationspaket „fehlen“ die Assets und nach Start der App wird man gefragt, ob man nun das Handbuch nachladen möchte. Das ist seit Jahren Standard – nur die Macher der HannoverMessen-App wissen as nicht, oder das Geld war schlichtweg alle? Seltsam: diese Nachladfunktionalität braucht ungefähr zehn Zeilen Code und ist schnell reinkopiert. Kann also nur Unbedarftheit sein. Schade, dass immer die Falschen solche schönen Aufträge bekommen …


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