Rainers Horen
Sonntag, den 02.06.2013 [15:16]
Diese Wochenenden für Startupper heißen nicht umsonst auch Brutkästen. Da ist eine gewisse Abschirmung zur draußigen Welt, aber eben auch die Glocke. Und um im Bild zu bleiben, wenn gefurzt wird,dann stinkts.



Schon nach wenigen Stunden des Anfangschwungs roch es vernehmlich. Woher nun diese Missstimmung? In jedem Team gibt es Rollen. Auch in in diesem Inkubator. Es gibt Ideeninhaber (im richtigen Leben Projektleiter) und die Macher. Die Macher arbeiten unter zwei Bedingungen: wegen Geld oder wegen der Motivation. Bei der Motivation kann das auch Angst sein oder eben auch Ehrgeiz, Spieltrieb oder Lust an Meisterschaft. In dieser besonderen Situation entfällt Geld und Angst. Auch Langeweile passt nicht richtig. Wenn nun (wie öfters gehört) so Sprüche fallen wie: „Dass das funktioniert, das ist klar und interessiert mich auch nicht.“, dann ist das passiert, was ¬Judith Andresen neulich im Betahaus mit dem Spruch meinte, Manager können nicht motivieren, aber in einem Halbsatz demotivieren. Erstaunlich wie gut das immer wieder klappt. Erstaunlich: die Umsetzer sind geblieben. Und das war nicht der einzige Spruch. Allgemein haben sich viele von den Schlaubergern über Technik und Handwerk mokiert. Wenn dann wirklich mal Programmcode auftauchte, dann wurde sich sogar lustig gemacht: „Ach das ist Programmcode, wie witzig“.

Es gibt selbstverständlich auch sinnvolle Ideen, die zumindest von der Verbrauchersicht sinnstiftend daherkommen. Denken wir nur an die Wartezeit vor solchen Nummernkisten, beispielsweise auf dem Amt. Klar, folgendes Szenario, was auch simple zu realisieren ist: neben der Ziffernanzeige ist ein QR-Code,damit kann ich den Zähler quasi mitnehmen, irgendwo in der Umgebung Wege erledigen und ich habe immer den aktuellen Zählerstand auf dem Smartphone. Die App wäre in ca. zwei Stunden fertig, da sie nur aus dem Auruf des QR-Readers besteht. Der Server (und das ist das Problem …) sendet jetzt immer bei wechsel den CountUp. Vielleicht vibriert es dann noch. Wer schon einmal in einer Behörde gearbeitet hat, weiß warum das nicht geht :-))

Caramba: das geht wohl: vor jeder Zifferanzeige ist eine WebCam platziert, die das dann live streamt …
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Sonnabend, den 01.06.2013 [19:08]
Heute einmal nur ohne Kommentar zwei der vielen guten Ideen.




Doch ein Kommmentar: die Schlagwörter klappen gut ;-))
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Freitag, den 31.05.2013 [19:41]
Das StartupWeekend hat begonnen. Erst Umfragen haben ergeben: alle Umsetzer haben die Teilnahme gewonnen. Auch gehört: „Wenn ich mir das genau durchgelesen hätte …“ – schauen wir mal.

Selbstverständlich läuft alles in englisch, besser gesagt im Westcoastslang. Das ist cooler als in diesem Hausfrauendialekt, in dem weiland der Geheime Rath reüssiert hat. Das häufigste Wort, was in der Radebrechung einfließt, ist Portal und awesome. Letzlich werden in fast allen Projekten POIs (interessante Ortpunkte) aufgesammelt, an die der geneigte Mitmachnutzer Bewertungen hängt. Eines der vielen Projekte ist der Sonnenfinder.

Da habe ich nun als geplagter Großstädter eine geile Lokalität gefunden, wo ich angenehm/gemütlich die Bürde des Tagwerkes abwerfen kann. Da hole ich mein Handschmeichler aus der Tasche und teile der Welt mit: „kommt alle hierher“ (damits hier noch gemütlicher wird). Merkt jemand etwas? Oft ergibt das keinen Sinn.

Kein Sinn: das ist auch ein gewisser Grundton in der Keynote von Stefan, ein alter Hase in Startupgeschäft. Immerhin hat er Qype und andere Portale wie DocMorris gebaut. Die von ihm angesprochenenunbarmherzigen Wahrheiten wollen die meisten Anwesenden eigentlich nicht hören: „Millionen Startupper träumen von einem Projekt wie Facebook.“ oder „Die erfolgreichsten Projekte sind die, die schon andere erfolgreiche Vorgänger haben.“ und „Es ist großartig was ihr hier macht und bewundere euren Enthusiasmus , aber …“.

Es ist wohltuend mit seinem unbarmherzigen Realismus nicht alleine zu sein. Übrigens weiß ich nach zwei Tagen Gründercamp immer noch nicht, was der genaue Unterschied zwischen, Mockup, Klickdummy, Prototyp und Potemkinschen Dorf ist. Zumindest fliegen diese Worte(bis aufs letzte) allfällig durch den Raum.
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Donnerstag, den 30.05.2013 [14:24]
So richtig Spa? macht das Netz mit dem vielbeschworenen Soscheleising. Was liegt nun bei einer MensaApp n?her? Entr?stung und Aufmerksamkeitserheischung geht immer. Sinnvollerweise ist das ein guter Einstieg in die sogenannte Cloudprogrammierung. Denn die ganzen Zusatzinfos zu den Essen k?nnen ja ?berall liegen. Die haben nichts mit dem reinen Speiseplan zu tun.

Eine neue Welt tut sich auf. Was ist die grunds?tzliche ?berlegung? Jeder darf jedes Essen genau einmal bewerten. Da es ohne Login und anonym sein soll, muss also die Ger?teID her. Also der Eigent?mer des Datensatzes darf schreiben, jeder der die App startet, darf alles lesen. Dieses ganze Rechtesystem wird in der Cloud ?ber eine ¬ACL gel?st. Bei Start der App legitimiert sich die App gegen?ber der Cloud, dann generiert sie (falls noch nicht geschehen) einen neuen User, dann loggt er sich damit ein. Schlie?endlich legt er diese ACL an. Alle von ihm dann angelegten Objekte werden mit dieser ACL versehen, so dass sich das erw?nschte Verhalten einstellt.

Von alldem bekommt der Nutzer selbstverst?ndlich nichts mit. Er schreibt nur den Kommentar, checkt ein, bewegt den Bewertungsschieberegler und l?dt ein Photo hoch.
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Dienstag, den 28.05.2013 [12:39]
Nun gestern war wieder einmal der legendäre Webmontag bei OTTO. Es gab feine Schnittchen, später auch gutes ¬Bier von Ratsherren, aber was das allerwichtigste war: echt gute Sessions. Und – wie so oft: das Beste zum Schluss! Dieses Lehrvideo sollte Pflicht in jedem Büro sein. Auch, und jetzt zitiere ich den Referenten, ahnungslose Admins sind ein Angriffsvektor.


Ja, man glaubt es nicht, aber gerade das Wiegen in Wissen produziert eine gefährliche Ahnungslosigkeit. Das ist alles so komplex und mit einer hohen Synamik versehen, dass wahrscheinlich niemand gefeit ist.

Worin liegt nun die vermeintliche Gefahr? Man kann davon ausgehen, dass sicherheitsrelevante IT-Systeme ganz gut geschützt sind. um also an die wertvollen Kreditkartendaten ranzukommen, müssen andere Wege beschritten werden. Eintrittpunkt könnten soziale Netzwerke sein, in die man eine zuckersüße Leimrute in Form einer Anzeige legen kann, die (Dank moderner Infotechnik) nur an die Mitarbeiter einer bestimmten Firma gehen. Dort platziert man einen Link auf eine böse Webseite. Sie enthät einen Schadcode, der es dem Angreifer ermöglicht, volle Kontrolle über den Arbeitsplatzrechner zu haben. Da viele dumme Windowsprogramme ihre Passwörter für das Internet (FTP …) gleich im Klartext in der Registratur abspeichern, hat der Angreifer auch gleich Gewalt über entsprechende Webseiten usw. Üblicherweise hat jeder Arbeitsplatzrechner in einer größeren Firma einen AdminAccount, der dann praktischerweise auf allen Maschinen das gleiche Passwort hat. Die Passwörter stehen zwar nicht im Klartext, sondern als Hash in der Registratur – das wiederum ist nicht weiter schlimm (man müsste fix einen Cloudservice bemühen, der über Regenbogentabellen die Hashes aufdröselt), nein: Windows nutzt diese „verschlüsselten“ Passwörter gleich auch so. Schlussfolgerung: ist der Angreifer erst einmal auf einer Maschine, hat er auch gleich Zugang zu sehr vielen Maschinen der Firma.

Diese ganzen Gedanken könnte man jetzt als Panikmache abtun. Sicher, das beruhigt. Aber schön ist es nicht.

In der Hackersession von Martin hat er nun aus dramaturgischen Gründen die berühmte grüne Schrift auf schwarzem Grunde verwendet und hat sich an der Konsole entanggehangelt. In der täglichen Realität gibt es natürlich schicke Oberflächen, auf denen man zuerst die Bombe bastelt, dann zündet und dann per Klick immer neue Rechner erforscht – oder anders gesagt aberntet.
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Montag, den 27.05.2013 [09:24]
Nun kann sich der/die geplagte Botanikstudierende nach der Bestimmungsübung auch gleich den Mensaplan reinziehen. Nicht wird im Unklaren gelassen. ;-)) Heute gibt es also Kohlrouladen oder eben diesen Seelachs.

Ansonsten ist natürlich der Montag nach einem verregneten Langwochenende besonders triest. Unsere gütige Landesmutter hat Besuch aus dem fernen China. „Wir“ sollen die Einfuhrzölle für die Solarpanele senken oder besser gleich abschaffen. Dem Druck gibt sie bestimmt gerne nach, kompensiert doch die Senkung der Hardware die Verringerung der Förderung von Solareneergie. So ist sie fein aus dem Schneider, muss nicht die mangelnden Menschenrechte anprangern und hat lediglich die deutschen Solarpanelanbieter auf der Backe.

Zur Zeit des Geheimes Rates in Weimar gab es noch keine Solaranlagen im heutigen Sinne, aber es gab schon Projekte. Allerdings waren Projektemacher in der Zeit des Klassischen Weimar ein übles Schimpfwort. Heute hat sich die Bewertung dieser Menschengruppe gewandelt. Um ein Projekt zu starten (wir reden hier ganz bewusst nicht vom erfolgreichen Abschluss), braucht es drei Rollen: der Ideeninhaber (davon gibt es in Hamburg wahrlich genug), der Geldgeber (hier wird es schon dünner) und denn eben derjenige, der es umsetzt. Da der Investor scheu wie ein Reh ist, muss also der Macher dazu bewegt werden, auch ohne Kohle seine Lokomotive zu betreiben. Auch er könnte scheu sein – ist er aber oftmals leider nicht, weil er in einer besonderen Motivationslage „befangen“ ist.



Am nächsten Wochenende ist in Hamburg das ¬StartUpWeekend anberaumt. Dort treffen sich Ideenhaber, Grafiker und Umsetzer. Sicherlich wird es wieder einmal um das 1000. Tausch- oder Schenkportal gehen: aber sicherlich ist auch eine pfiffige Neuidee dabei. Nicht nur die Ideeninhaber, auch Umsetzer sollen 75 € dafür zahlen. Das ist für die Kreativen sicherlich eine gute Investition. immerhin bekommen sie dann kostenlos eine Machbarkeitsstudie oder einen Kostenschätzung. Aber warum kostet das auch den Umsetzern? Ist das nicht irre?
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