Rainers Horen
Mittwoch, den 02.10.2013 [11:41]
Ab übermorgen tagen die Pommologen auf der europom2013 und es gibt schon eine SmartphoneApp.



Neben dem Tagungsprogramm, das danach die Videoaufzeichnungen und Slides enthalten wird, gibt es einen einfachen Lageplan und aber auch eine Apfeldatenbank alter Sorten.
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Montag, den 30.09.2013 [10:17]
Neulich in der Wurfsendung: Ein blökendes Schaf bekommt von einem Wissenschaftler etwas gespritzt, dieses etwas soll den IQ des Tieres auf 192 erhöhen. Nach der Injektion ist akustisch keine Änderung zu vernehmen – das Schaf blökt weiterhin. Frage aus dem Off: „Was nun?“ – Antwort: „Das Schaf ist jetzt so schlau einzusehen, dass es zwecklos ist mit der dummen Welt zu kommunizieren.“

Es macht sich ein Gefühl breit. steckt in dieser kleinen, fiktiven Geschichte nicht sehr viel mehr als eine Wurfsendung aus dem Radio? Wir mit unserem menschenzentrierten Blick denken vermutlich, das Schaf weiß es nicht besser. Es ist auch irgendwie eine irreale Geschichte, denn so schnell kommt das Schaf nicht drauf.

Anders bei uns Menschen: wir haben uns im Laufe der Zeit zu verschiedenen, uns umgebenden Dinge und Prozessen ein Meinung gebildet. Wir halten etwas für sinnvoll, moralisch oder wertig.

Beispielsweise gerade auf der Straße: bis vor Kurzem gab es so einen Bäcker in der Nähe, der auch sonntags verkauft. Das war also der Zuständige. Nun ist der raus und ein Portugiese ist Pächter. Nun ja, da wird es wohl neben Natas auch „normale“ Sonntagsnotwendigkeiten geben. Das soll jetzt nicht das Thema sein. Kurzgefasst: da ist ein Verkäufer, der auf Grund des Habitus und seines Pflegezustandes nicht gerade Vertrauen gewinnt und was das Bemerkenswerte dabei ist: er telefoniert mit seinem Handy im Laden und danach quatscht er mit einem „Stammkunden“. Irgendwie fühlt man sich als Kunde als ungemütlicher Störer und vermisst „Kaffeehauskultur“. Letztlich ist das alles lässlich und zeigt eben nur kleine interkulturelle Probleme.


Zurück zum deutschen Schaf. Wer nicht Einsiedler ist, der kontaktet allfällig im Alltag mit seiner Umgebung. Vielleicht gibt es doch den Max Mustermann, quasi der Durchschnittsmann, und alles ist im Einklang.

Es scheint so, als ob Zeitgenossen mit ihrem Umfeld karambolieren. Ich mache es jetzt damit fest, dass immer wieder erzählt wird, was einem so passiert ist und dann fallen so Worte wie: Das geht gar nicht!. Offenbar gibt es diese Störimpulse und diese Selbstzweifel.

Es gibt wohl immer zwei Möglichkeiten – ich will es einmal auf das Gröbste vereinfachen: entweder die Welt ist doof oder ich. Erstere Annahme führt zur Arroganz, Weltabgeschiedenheit und einem Schweigegelübde. Die andere Schlussfolgerung führt zur Zwangsmelancholie, neuerdings Depresssion genannt. Weil eben diese Frage anfänglich nicht klar ist, kommt es zu dieser Bestätigungsfragerei. Eric Bern nennt das Erwachsenenspiel «Ist es nicht schrecklich».
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